Bartmeisen im Schilf

BartmeiseEigentlich war es schon im Juli des Jahres 2001, als zum ersten Mal in den gut entwickelten Schilfflächen des Blankensees, im Einzugsgebiet der Flachlandflüsse Nuthe und Nieplitz südwestlich von Berlin gelegen, ein beständiges metallisches „ping, ping” auf die Anwesenheit der Bartmeisen (Panurus biarmicus) hinwies. Ein Bohlensteg mitten durch das Schilf bietet auf der Ostseite des Blankensees dem Beobachter gerade morgens eine sehr gute Möglichkeit, die Vogelwelt des Schilfs unmittelbar zu erleben.

Im Laufe der folgenden Wochen wurden es immer mehr, bis schließlich ein Trupp von etwa 15 Exemplaren zum festen Inventar eines im Spätsommer sonst weitgehend ausgestorben wirkenden Schilfgürtels geworden war und regelmäßig bestimmte Bereiche des Schilfs frequentierte. Ausgewachsene Exemplare konnten nicht entdeckt werden. Es handelte sich also eventuell um gerade ausgeflogene Jungvögel dieser Schilfflächen.

Anfangs war es für den Beobachter ein schwieriges Unterfangen, die Vögel über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Mal war es ein Vogel, der in kennzeichnendem Schwirrflug mit hängendem Schwanz dicht über das Röhricht flog oder eine Schneise überquerte, um von einer Seite auf die andere zu gelangen. Dann folgten oft mehrere, Rufkontakt haltend, um allerdings kurz darauf wieder in der Schilfwildnis zu verschwinden. Nur hin und wieder bot sich der beeindruckende Anblick eines Trupps, der an einer bestimmten frei einsehbaren Stelle mit dem Fressen begann.

Dann kletterten die langschwänzigen Vögel die Halme empor, um an die Samen der Schilfwedel zu gelangen. Diese werden dann systematisch leer gefressen, wobei der kleine Vogel sich als Meisterturner erweist: Rolle vorwärts, Felgaufschwung… Die ganze Akrobatik des Vorgangs wird durch die Bewegungen des Halms noch unterstrichen. Ein besonders anmutiger und ästhetischer Anblick bot sich immer dann, wenn eine Bartmeise, von Halm zu Halm schwirrend, bei der Landung auf dem Wedel diesen mit ihrem Körpergewicht durch-bog. In rasanter Talfahrt glitten die kleinen Vögeln mit ihrem Gefährt in Richtung Wasser, und es war ein vergnüglicher Anblick zu beobachten, wie die ängstlichen Gemüter das „sinkende Schiff” flugs verließen, dem Ganzen misstrauend, während erprobte Akrobaten geradezu Vergnügen an der Berg- und Talfahrt zu haben schienen. Neigt sich der außenstehende Halm an einer Blänke im Schilfwald zur Horizontalen, dann hängen die kleinen Meisen wie im Klimmzug an der Unterseite des Wedels.

Von den kleinen Flachlandflüssen Nuthe und Nieplitz wird südwestlich von Berlin eine einzigartige Niederungslandschaft begrenzt. Ein besonderes Vogelparadies ist mitten drin der flache (nur ca. 60cm tiefe) Blankensee, der über einen ausgedehnten Röhrichtgürtel verfügt. Dieser ist bereits in einem Blog über Bartmeisen beschrieben worden. Der See ist bis zu 300 Meter breit sein. Der Bohlensteg kann entweder vom Parkplatz am Ortsausgang Blankensee Richtung Schönhagen oder vom Parkplatz mitten im Ort Blankensee (Nähe Schloß Blankensee) auf einem kurzen Spaziergang erreicht werden. Er stellt die einzige Möglichkeit dar, auf dem Blankensee gut Vögel zu beobachten, da der See ansonsten komplett von breiten Verlandungszonen mit Röhricht und Erlenbruch umgeben ist. Neben den Bartmeisen, die direkt im Schilf am Bohlensteg brüten, lassen sich noch unterschiedliche Wasservögeln – vor allem Enten und Reiher beobachten. Verschiedene Rohrsängerarten (Acrocephalus sp.) und Blaukehlchen (Luscinia svecica) besiedeln ebenfalls den See.

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