Brachpieper und Ziegenmelker in der Elbtalaue

BrachpieperDie Niederung der Unteren Mittelelbe ist eine wunderschöne Landschaft, eine Flußlandschaft nicht weit von Hamburg oder auch Berlin entfernt. Das Elbetal besticht durch eine enge Verzahnung sehr unterschiedlicher Lebensräume. 130 vom Aussterben bedrohten Blütenpflanzenarten sowie zahlreichen seltenen Insekten bietet das Urstromtal mit seinen vielfältigen Biotopen Überlebensraum. Das oft unmittelbare Nebeneinander von Gewässern, feuchten Wiesen und Weiden mit nährstoffarmen bis extrem trockenen Standorten ist Grundlage für den Artenreichtum der Unteren-Mittelelbe-Niederung. Besonders bemerkenswert und unverwechselbar sind die Flugsanddünenfelder, deren Entstehung auf das Ende der letzten Eiszeit zurückzuführen ist. Beispielhaft zeigt sich das an den Dünen von Dömitz. Gerade mal 35 Meter erheben die Dünen sich aus der kilometerweiten, flachen Ebene des Flüßchens Löcknitz im mecklenburgischen Teil des Naturparks. Doch wenn man am Fuße dieses norddeutschen „Sandgebirges” steht, schätzt man seine Höhe auf das Doppelte bis Dreifache, so beeindruckend wirkt es. Bei Sonne ist das Leuchten des gelben Sandes vom weit entfernten, auf dem anderen Elbufer liegenden niedersächsischen Naturpark Elbufer-Drawehn aus zu sehen. Zwei Kilometer verläuft die bis zu 600 Meter breite Wanderdüne parallel zum Elburstromtal. Dieses Relikt aus der Eiszeit läßt auf seinem Kamm knorrige, von Wind und Wetter zerzauste Kiefern wachsen. Der Sandboden darunter ist übersät mit braunen Zapfen. Ihr Anblick und der harzige Duft der Kiefern erinnern an die Pinienwälder an der französischen Atlantikküste.

Von oben bieten sich einzigartige Perspektiven für malerische Landschaftsaufnahmen zwischen Himmel und Erde. Am Fuß der Sanddünen breitet sich Trockenrasen aus. Zwischen den gelben Polstern des Scharfen Mauerpfeffers leuchten lila Heide- und Karthäusernelken, Flockenblumen und Thymian, blauer Natternkopf und Sandglöckchen. Die artenreiche Pflanzenwelt ist Lebensgrundlage für zahlreiche, im Norden Deutschlands seltene Heuschrecken-, Wildbienen- und Schmetterlingsarten. In der Sommersonne verwandeln sich die Dünentäler in glutheiße Backöfen; optimale Bedingungen für Insekten also. Doch selbst extrem wärmeliebenden Schmetterlingen wird es in der Mittagshitze auf dem Sand zu heiß.

Im Südwesten Mecklenburgs, im Dreieck zwischen der alten Residenzstadt Ludwigslust, der Lindenstadt Lübtheen und der Müritz-Elbe-Wasserstraße im Süden finden Sie die Griese Gegend. Hier findet man eine herbe Landschaft mit kleinen Flüssen und Bächen, mit einer weitflächigen Feldkultur und besonders großen alten Eichen. Ausgedehnte Heiden, offene Sandflächen und die größten Wanderdünen Europas formen das Bild der Landschaft. Das angrenzende Naturschutzgebiet „Bretziner Heide“ versetzt Sie in die ursprüngliche Landschaftsform des 19. Jahrhunderts. Der aufmerksame Ornithologe hat hier die Chance, ansonsten selten gewordene Vögel wie den Brachpieper (Anthus campestris) und den Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus) zu beobachten. Weitere Anziehungspunkte für Besucher sind die bei klarer Sicht weit ins Land leuchtenden Hochdünen bei Gothmann und Klein Schmölen oder die im Kiefernforst bei Stixe liegende typische Parabeldüne.

Erlebnisse wie der Kranichzug im Frühjahr oder Herbst, die Beobachtung von Hunderten, oft auch Tausenden, im Elbetal rastenden Gänsen, Schwänen und Enten bieten nicht nur Ornithologen ein lohnendes Ziel.

Das Nebeneinander von Überflutungsräumen der Elbe und ihrer Nebenflüsse mit Weichholzhauen, von großflächigen Feuchtgrünländern, Mooren, Binnendünen und naturnahen Wäldern machen die Einmaligkeit dieser Flusslandschaft aus. Ein besonderes Highlight an der Elbe ist die Vogelfotografie. Diese kann auch im Winter – und dann aus dem Auto heraus – betrieben werden. Äsende Gänse, Sing- oder Zwergschwäne (Cygnus sp.) lassen sich gut aus dem am Straßen- oder Wegrand parkenden und obendrein warmen Auto heraus fotografieren. Für Flugaufnahmen hat sich eine besondere Technik bewährt. Die Entenvögel wechseln gelegentlich ihren Standort zwischen der EIbe und den Getreidefeldern auf der anderen Deichseite. Dabei fliegen sie in geringer Höhe über die Wiesen und Deiche. Man kann sich dann im Rücken hinter die Deichkrone legen, ein mittleres Tele, wie ein Canon 400mm f 4,0 DO IS USM-Tele in Stellung bringen und einfach nur warten. Persönlich lege ich noch eine zweite Kamera mit einem Canon EF 70-200mm 1:4L IS USM “schußbereit” neben mich. So gewappnet, warte ich auf Gänsetrupps und Schwäne, die ihren Anflug durch Rufe ankündigen. So kommt man in Herbst und Winter zu Flugaufnahmen mit einer überraschenden Perspektive.

Bis 1998 genoß diese Flußlandschaft nur den Status eines Naturparks. Das sollte sich ab 1998 ändern. Es wurde ein länderübergreifendes Großschutzgebiet eingerichtet. Der Naturpark Mecklenburgisches Elbetal ist nun ein Teil des über 400 Flusskilometer langen UNESCO-Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe. Rund 168.000 Hektar der Unteren-Mittelelbe-Niederung” wurden so zum Biosphärenreservat. Niedersachsen, Brandenburg und möglicherweise Sachsen-Anhalt wollten darüber hinaus die besonders wertvollen Kerngebiete als Nationalpark ausweisen. Dazu ist es bisher nicht gekommen. Von Berlin ist die Gegend mit dem Auto knapp 250 km entfernt und dürfte in ungefähr 2,5 Stunden über die A 24 zu erreichen sein.

Die Elbtalauen sind das ganze Jahr über – auch im Frühling und Sommer – ein Paradies für Naturfotografen. Mehr als 250 Vogelarten wurden bisher in der Elbtalaue festgestellt – davon brüten 150 im Nationalpark. In Mitteleuropa gibt es keine Landschaft, in der so viele Weißstörche (Ciconia ciconia) in vergleichbarer Dichte brüten. Mehr als 200 Paare sollen es sein. Entsprechend vielfältig ist das Motivangebot für den Fotografen. Störche sollte man auf jeden Fall vor die Linse bekommen.

Es sind etliche Fledermaus- und viele Amphibienarten im EIbtal heimisch. Im Frühling klingt das “Hupen” der Rotbauchunken überall aus den Tümpeln vor den Elbdeichen, aber auch aus dem Burggraben der Festung Dörnitz. Auch das ohrenbetäubende Konzert der Laubfrösche ist überall zu hören. Dünen und Deiche bieten dem Naturfotografen unendlich viele Motive.

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis befriedigen zu können, hat Bird-lens.com gezielt Reisen an Gebiete wie die Seen und Flüsse Brandenburgs aber auch an entfernte Orte unternommen. Dies alles um exzellente Fotos der Vögel der Westpaläarktis machen zu können. Die Ausbeute an Bildern auch von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Das nette Bild, das Sie im Blog sehen, ist nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture- Shop” sehr bald finden werden. Geben Sie bird-lens.com einfach Bescheid, wenn Sie das Bild einer Vogelart benötigen, bevor neue Bilder online sind.

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