Graureiher bei Stuttgart: Beutefang

GraureiherEin stilles, quälend langes Warten. dann ein heftiger Stoß und der Fisch zappelt im Schnabel. Nicht immer, aber doch sehr oft. Neben der Brutvorbereitung der Graureiher (Ardea cinerea) kann man diese Vögel auch beim Beutefang am Max-Eyth-See erleben. Der Max-Eyth-See ist ein bekannter Erholungssee direkt bei Stuttgart. Nach dem Besetzen der Horste ist die Zeit der Jungenaufzucht bei den Graureihern wieder eine gute Zeit für den Naturfotografen. Wenn die Jungen Ende März, Anfang April schlüpfen, haben viele Bäume schon Blätter und die Einsicht in die Kolonie ist nicht mehr so gut wie zur Zeit der Brutvorbereitung. Während der  Zeit der Jungenaufzucht sind die Graureiher gezwungen, viel Nahrung herbeizuschaffen.

Dies wiederum bietet Gelegenheiten, um die Vögel beim Beutefang zu erleben. Meist stehen die Reiher im seichten Wasser still vor dem Schilf und stoßen dann blitzschnell zu. Sehr oft sitzen sie aber auch auf den Pfosten der Seilabsperrungen. Eine Annäherung auf 15 bis 20 Meter lassen manche Vögel hin und wieder zu. Es gibt natürlich sehr große Unterschiede bei den einzelnen Individuen. Mancher Graureiher fliegt schon auf 100 m weg.

Neben der Brutphase, eignet sich auch diese Phase im Jahresablauf der Graureiher sehr gut, um schöne Verhaltensbeobachtungen zu machen. Bei der Art des Beutefanges haben sich verschiedene Jagdmethoden herauskristallisiert: Der eine Graureiher steht am Ufer und lauert unbeweglich auf seine Beute. Blitzschnell stößt er zu, und mit etwas Glück hat er den Fisch im Schnabel. Ein anderer Reiher steht auf einem Pfosten, 100 cm über dem Wasser. Ist ein Fisch in Reichweite, stürzt er sich wie ein Eisvogel kopfüber in die Fluten. Dabei taucht er vollkommen ein und kommt mit dem Fisch im Schnabel in einer Wasserfontäne wieder zum Vorschein.

Noch eine Methode, um an die begehrte Beute zu kommen, wird von manchen Reihern angewendet. Sie ist die interessanteste und fotogenste Jagdmethode, spielt sich aber meist in der Mitte des Sees ab. Der. Reiher kreist dabei in einer Höhe von 8-10 Metern über dem Wasser und stürtzt sich wie ein Fischadler mit zusammengefalteten Flügeln herab. Diese Art des Fischfanges konnte ich schon mehrmals beobachten,war aber zum fotografieren immer zu weit entfernt.

Im mittleren Neckarraum ist der Max-Eyth-See nicht das einzige großflächige Feuchtbiotop, in dem verschiedene, vom Aussterben bedrohte Arten noch einen Lebensraum und manchmal auch Brutmöglichkeiten finden. Auf dem Durchzug im Herbst kommen viele Limikolen und andere wasserliebende Vögel vorbei. An anderen Stellen sind die fotografischen Möglichkeiten aber nicht so ideal, da man kaum an die Gewässer herankommt. So bietet der Max-Eyth-See Beobachtern wohl die beste Möglichkeit, Graureiher und die restliche Vogelwelt im Stuttgarter Raum unmittelbar mitzuerleben.

Der Max-Eyth-See ist in erster Linie ein Erholungsgebiet. Entsprechend groß ist die Unruhe. Es gibt jedoch auch einige Zonen, die die Boote nicht befahren dürfen. Diese Bereiche sind mit Pfosten und Seilen abgegrenzt; die Graureiher sitzen manchmal auf den Pfosten der Seilabsperrungen. Durch dieses Nebeneinander von Erholungsflächen und Ruhezonen ist der Max-Eyth-See ein echtes Vogelparadies. Auch ca. 50 Kormoran (Phalacrocorax carbo) leben dort und einige brüten auch. Seit einigen Jahren ist sogar das Brüten der seltenen Nachtreiher (Nycticorax nycticorax) bekannt.

Wer den Max-Eyth-See besucht und sich über die dort vorkommenden Vögel informieren möchte, dem sei das Buch „Die Vögel von Remseck“ von Dr. Rainer Christian Ertel im Fauna-Verlag, 2. Auflage, ISBN-13: 978-3935980159 an´s Herz gelegt. Es wird im Juni 2015 in zweiter Auflage als gebundene Version mit Lesebändchen erscheinen. Schon die 1. Auflage „Die Vögel von Remseck“ war ein Bestimmungsbuch, das allen Interessierten hilft, die häufigsten einheimischen Vogelarten „vor der Haustür“ zu erkennen.

Um Aufnahmen von den Reihern zu machen, bieten sich zwei Stellen besonders an. Östlich von der Kolonie beleuchtet das Morgenlicht die gesamte Kolonie. Die Entfernung beträgt 80 bis 100 m. Um als Fotograf einigermaßen Ruhe zu haben, sollten die frühen Morgenstunden für den Ansitz auf die Graureiher genutzt werden. Von der anderen Stelle, westlich der Kolonie, können morgens Gegenlichtaufnahmen gemacht werden. Am Nachmittag liegen die Horste im besten Licht vor dem Objektiv. Die Entfernung zu einzelnen Horsten beträgt nur 40 m. Da sich hier vom Weg aus fotografieren läßt, werden die Vögel ganz bestimmt nicht gestört.

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis befriedigen zu können, hat Bird-lens.com gezielt Reisen in die besten Vogelgebiete Brandenburgs, den Neusiedler See aber auch an entferntere Orte unternommen. Dies alles um exzellente Fotos der Vögel der Westpaläarktis machen zu können. Die Ausbeute an Bildern auch von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Die schönen Bilder, die Sie in der Galerie sehen, sind nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture- Shop” sehr bald finden werden. Geben Sie mir einfach Bescheid, wenn wir Sie das Bild einer Vogelart benötigen, bevor die neuen Bilder online sind.

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