Überwinterungen von Rotmilanen

Red KiteBei einem Besuch des Havelländische Luchs konnten sehr interessante Beobachtungen von Greifvögeln, vor allem jagenden Kornweihen gemacht werden. Schon eine Weile waren mindestens 2 weibliche Kornweihen (Circus cyaneus) beim niedrigen Nahrungsflug über den Äckern und Weiden zu beobachten. Ein im schaukelnden Flug an einem Wäldchen vorbei ziehender Greif paßte aber nicht ganz in das Kornweihen-Schema. Wie sich beim Blick durch das Fernglas herausstellte, flog ein Roter Milan oder Rotmilan (Milvus milvus) bei Temperaturen um 0° und Hochnebel über die morgendliche Niederung.

Regelmäßige Überwinterungen von Rotmilanen sind inzwischen aus allen Ländern mit bedeutenden Brutvorkommen bekannt. Auch da macht das Havelland bei Nennhausen keine Ausnahme. So wurde ein schwebender Rotmilan noch am 23. November 2014 über der Ortschaft gesehen. In Südschweden, Deutschland und der Schweiz überwintern im Schnitt jeweils etwas mehr als 1000 Exemplare. Schon in Südwesten steigt die Zahl der Überwinterer signifikant an. In Frankreich konnten im Januar 2009 insgesamt über 5.100 Individuen gezählt werden. Die Masse der Rotmilane verbringt den Winter aber auf der iberischen Halbinsel.

In Spanien hat sich die Zahl der Wintergäste drastisch verringert. Konnten auf der Basis einer Zählung im Jahr 1994 noch rund 66.200 – 72.200 ermittelt werden, hatte sich diese Zahl 10 Jahre später auf etwa 35.500 – 36.200 verringert.

Einige Aspekte des Verhaltens der Rotmilane im Winter sind noch wenig erforscht. Forschungen zeigten, daß die Nutzung desselben Gebietes für die Überwinterung in mindestens zwei Jahren nachzuweisen ist. Es konnte aber auch ein Wechsel des Winterquartiers über 130 km festgestellt werden. Insgesamt scheint aber eine große Variabilität des Verhaltens – sogar einzelner Vögel – in verschiedenen Winterperioden zu herrschen. Welche Faktoren für die Auslösung der unterschiedlichen Ereignisse verantwortlich sind, konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Es wird allgemein angenommen, daß die Zugänglichkeit von Nahrung der ausschlaggebende Grund für das Abziehen oder Verbleiben der Rotmilane im Winter ist. Für das aktuelle Jahr der Überwinterung scheint das zuzutreffen. Ein ähnliches Phänomen war 2007 zu verzeichnen. Im Sommer 2007 fand eine Massenvermehrung der Feldmaus (Microtus arvalis) statt, sodass im Herbst reichlich Nahrung zur Verfügung stand. Diese war auch erreichbar, da im folgenden Winter keine langanhaltende geschlossene Schneelage auftrat.

Ein großangelegtes Projekt zum Zugverhalten des Rotmilans hat nun versucht hier Auskunft zu geben. Die Berechnung der Winteraktionsräume war aufgrund der zu geringen Zahl an Ortungen mit ausreichender Genauigkeit nicht möglich. Es wird vermutet, daß große Winter-Aktionsräume ein Hinweis auf ein geringes Nahrungsangebot sind. Damit wäre auch die häufiger zu beobachtende Verlagerung des Überwinterungsgebietes ab Januar zu erklären.

Das Havelländische Luch bei Buckow – westlich von Berlin – stellt eine einzigartige Niederungslandschaft dar. Eigentlich bekannt als das Trappengebiet Deutschlands, stellt es in der kalten Jahreszeit Überwinterungshabitate vor allem für Greife zur Verfügung. Verschiedene Arten von fliegenden Beutegreifern wie Roter Milan (Milvus milvus), Kornweihe (Circus cyaneus), Mäusebussard (Buteo buteo), Rauhfußbussard (Buteo lagopus), Merlin (Falco columbarius) und auch mal eine Sumpfohreule (Asio flammeus) nutzen die Vielfalt der Wiesen, Weiden und Äcker um hier ihre Wintermahlzeit abzuholen. Auch der Seeadler (Haliaeetus albicilla) ist Nahrungsgast. Anders als die vorgenannten Arten hält er sich aber nicht mit Mäusen auf sondern versucht die teils im Gebiet äsenden Gänse zu jagen. Leider greift er auch schon mal bei einer Großtrappe (Otis tarda) zu.

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