Sperbereulen-Einflüge starten wieder

SperbereuleLetztes Jahr konnten Sperbereulen (Surnia ulula) an verschiedenen Orten in Deutschland bewundert werden. So hatte es ein Exemplar nach Niedersachsen verschlagen. Diese nordische Eule gerade mal 12 km nord-östlich von der Innenstadt von Celle zu beobachten war sicher ein Segen für die zahlreich anreisenden Vogelbeobachter und Fotografen und eine Heimsuchung für die Nachbarn des Gartengrundstücks, das regelrecht belagert wurde. Auch von Stollberg im Erzgebirge gab es Meldungen.

Zurzeit hält sich eine Sperbereule im Nationalpark Schwarzwald auf. Der Vogel wurde am 23.11.2014 auf der Badener Höhe im Nordschwarzwald entdeckt. Sie jagte vorwiegend im Bereich des dortigen Friedrichs-Turms auf dem Gipfel. Die Eule kann vom Turm aus und vom Wanderweg, dem Westweg, beobachtet werden. Die Gegend um den Turm ist nur zu Fuß und nicht mit dem Auto erreichbar. Die Gehzeit vom Parkplatz Sand oder von der Ortschaft Herrenwies beträgt ca. 1 Stunde. Die Flächen befinden sich mitten im Nationalpark Schwarzwald. Darüber hinaus gehören sie zum Vogelschutzgebiet Nordschwarzwald. Ein Betreten des Gebiets abseits der Wege ist daher nicht erlaubt. Das Gebiet wird von den Rangern des Nationalparks Schwarzwald regelmäßig kontrolliert. Am 28. November wurde der Vogel nur in den Vormittagsstunden zwischen 09:00 und 10:00 Uhr beobachtet und blieb den Rest des Tages verschwunden. Die Sperbereule war am 1. Dezember ebenfalls am Morgen von 7.45 bis ca. 9.00 Uhr in ca. 50 m Entfernung zum Turm auf der Badener Höhe sehr schön zu beobachten. Nach Angaben lokaler Beobachter ist sie morgens eher stationär entweder am Turm oder ca. 300 m östlich auf einer relativ freien Stelle in Umgebung des Westweges zu finden. Im Verlauf des Tages kann man dann sein Glück im Bereich der großen Windwurffläche versuchen. Eine Beobachtungsmöglichkeit wäre dann ebenfalls vom Turm aus. Dabei ist ein Spektiv hilfreich. Zu dieser Jahreszeit ist aber immer auch mit Nebel zu rechnen. Die Sichtweite beträgt dann teilweise unter 100 Meter.

Die nächsten regulären Brutvorkommen gibt es in Skandinavien. Auch in den baltischen Staaten, so in Estland haben diese Eulen gelegentlich gebrütet. Aber sie sind hier nicht häufig anzutreffen. Für das weiter süd-westlich gelegene Deutschland gilt das erst recht. Weder als Durchzieher noch als Überwinterer sind sie alljährlich zu erwarten. Wenn überhaupt, kann man im Spätherbst ihre Ankunft erwarten. Letztes Jahr konnte man allerdings aufgrund der langen Standzeit einiger Eulen schon fast von Überwinterern sprechen. Situationen wie in Skandinavien, wo Überwinterungen an einer eng umgrenzten Stelle bis zu zwanzig Individuen umfassen können sind in Deutschland aber noch nicht gemeldet worden und sind auch unwahrscheinlich.

Die Sperbereule hat ungefähr die Größe einer Dohle. Auffallend ist der relativ lange Schwanz, der – ebenso wie die Querbänderung auf dem Bauch – eher eulenuntypisch scheint und vordergründig zum Sperber passen würde. Sperbereulen in der Flugansicht ähneln auch dem Sperber. Mit dem Sperber kann die Sperbereule kurzzeitig verwechselt werden. Die Gewohnheit am Tag zu jagen würde ebenfalls gut zu den Aktivitäten der Sperber passen. Die Jagd findet generell in offenen Landschaften, an Feldern, Weiden oder Heuwiesen statt, wo sie nach Wühlmäusen jagt. Charakteristisch ist die Jagdtechnik, die von einer Sitzwarte oder im Rüttelflug stattfindet. Sperbereulen lieben exponierte Sitzwarten wie auf dem Foto des Blogs zu sehen ist. Die Körperlänge beträgt ca. 40 Zentimeter und die Flügelspannweite bis zu 80 Zentimeter. Das Gewicht kann bei den Individuen stark differieren; es reicht bis hin zu knapp 400 Gramm. Männchen und Weibchen der Sperbereulen können in der Natur nicht unterschieden werden.

Das Gefieder der Sperbereulen ist schwarz-dunkelbraun-weiß gemustert. Der Kopf ist verhältnismäßig schmal, verglichen mit anderen Eulen. Das weißliche Gesicht ist umrahmt von schwarzen Bändern und erhobenen Brauen; der Blick der gelben Augen scheint stechend. Einen weiteren Akzent setzt der gelbe Beutegreiferschnabel. Die Beine sind befiedert und die Krallen schwarz-braun.

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