Tüpfelsumpfhühner an den Reckahner Teichen in Brandenburg

TüpfelsumpfhuhnAm Vorabend hatten sich teilweise dicke Wolken breit gemacht. Nun sind aber Sterne am Himmel zu sehen. Die Wolkenlücken sind deutlich größer. Ein schöner Morgen kündigt sich an. Gegen 5:00 mache ich mich auf den Weg. Das Ziel sind die Reckahner Teiche / Kloster Lehnin etwas südlich der A2 bei der Stadt Brandenburg. Ein besonderes Vogelparadies bilden verschiedene noch in Bewirtschaftung befindliche Fischteiche in der Nähe des kleinen Dorfes Reckahn. Für bewirtschaftete Teiche verfügen die Reckahner Teiche über teils ausgedehnte Röhrichtgürtel. Verschiedene Rohrsängerarten (Acrocephalus sp.), Blaukehlchen (Luscinia svecica) und Bartmeisen (Panurus biarmicus) bevölkern das Schilf. Ein Fahrweg auf einem erhöhten Damm führt mitten durch das Gebiet und bietet dem Beobachter gerade morgens – bei Sonnenaufgang – eine hervorragende Möglichkeit, die Vogelwelt unmittelbar mitzuerleben. Nun ist Zugzeit für Limikolen und andere an das Wasser gebundene Arten. Das Erlebnis wollte ich mir nicht entgehen lassen. Auf Anhieb fielen die zahlreichen (sicher mehr als 50) Kraniche (Grus grus) auf. Dicht gedrängt rasteten sie im seichten Wasser eines nur leicht überschwemmten Fischteichs. Ein von Zeit zu Zeit überhin kreisender Seeadler (Haliaeetus albicilla) sorgte zwar bei den Enten und den vielen Bekassinen (Gallinago gallinago) für Aufregung. Die Kraniche jedoch blieben ruhig stehen. So verging die Zeit.

Neben den Watvögeln waren Rallen die Zielarten. Vielleicht könnte ich doch noch die eine oder andere Art entdecken. Es war schon fast 7:00, als die Geduld belohnt wurde. Eine Bewegung in einem dicht mit Rohrkolben (Typha sp.), bewachsenen Gebiet von einer Ausdehnung von vielleicht gerade mal 10 m² weckte meine Aufmerksamkeit. Da wurde ich also doch noch fündig. Eindeutig eine Ralle und…. ein kurzer Schnabel. Toll, so hatte ich also doch noch ein Tüpfelsumpfhuhn (Porzana porzana) angetroffen. Schnell verschwand die Ralle wieder in dem undurchdringlichen Dickicht aus Rohrkolben. Groß war dann die Freude als wenig später wieder eine Ralle auftauchte. Vorsichtig streckte sie den Kopf aus der Randvegetation am Teichablauf. Diesmal war der Schnabel eindeutig lang, der Vogel ansonsten aber recht unscheinbar braun. Ok, dann sind also auch Wasserrallen (Rallus aquaticus) im Gebiet. Hatte ich mich also doch verguckt? Wenig später dann hatte ich Gewißheit. Eindeutig 2 Tüpfelsumpfhühner (Porzana porzana), 1 adultes und 1 diesjähriges Exemplar. Beide standen weniger als 2 Meter von der Stelle, wo ich kurz vorher die Wasserralle gesehen hatte. Der Rallenmorgen wurde komplett, als ich am Rand des Rohrkolbenareals noch eine Ralle, diesmal mit einem blaugrauen Gesicht und Bauch-/Brustbereich sichten konnte. Mindestens 1 adultes war neben dem mindestens einem diesjährigen Exemplar der Wasserralle also auch noch im Gebiet. Gegen 8:15 verließ ich meinen Beobachtungsstand. Die Rallen waren einige Zeit nicht mehr zu sehen gewesen. Tüpfelsumpfhühner sind nicht grundsätzlich Tagvögel. Ihre Aktivität scheint aber morgens früh am größten zu sein. Insofern war ich wohl gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Lokale Naturschützer und Ornithologen sind über die Situation nicht nur der Tüpfelsumpfhühner sondern auch der Wasserralle und anderer an diesen Lebensraum gebundener Arten wie z.B. den Flußregenpfeifer (Charadrius dubius) sehr besorgt. Schon seit einigen Jahren sind erhebliche Bestandseinbrüche zu verzeichnen, die nach übereinstimmender Meinung vor allem auf die sich ausbreitenden Waschbären (Procyon lotor) zurück zu führen sind. Er räubert die Nester und verschmäht auch die Altvögel nicht.

Im Herbst und Frühjahr suchen bis zu 180.000 Wasservögel ihre Rast- und Sammelplätze im nahegelegenen Naturpark auf, der von den Flüsschen Nuthe und Nieplitz südwestlich von Berlin begrenzt wird. Beobachtungstürme am südlichen Ufer des Blankensees und bei Stangenhagen und die Bohlenstege am Blankensee und auch am Riebener See bieten Beobachtern hervorragende Möglichkeiten, die Vogelwelt unmittelbar mitzuerleben. Die Flachwasserseen bei Stangenhagen, Blankensee und Rieben bieten einer Vielzahl von Gründel- und Tauchenten, Wasser-, Bläss- und Teichhühnern eine Heimat. In anderen Teilen Deutschlands schon selten gewordene Limikolen (Watvögel) wie Kiebitz (Vanellus vanellus), Bekassine (Gallinago gallinago) und Rotschenkel (Tringa totanus) brüten in den Feuchtwiesen. Viele Greifvögel, zum Beispiel Fischadler (Pandion haliaetus), Roter Milan (Milvus milvus), Schwarzer Milan (Milvus migrans), Seeadler (Haliaeetus albicilla) und Rohrweihe (Circus aeruginosus) verfügen über Horste im Gebiet.

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis befriedigen zu können, hat Bird-lens.com gezielt Reisen an Gebiete wie die Seen Brandenburgs, den Neusiedler See aber auch an entfernte Orte unternommen. Dies alles um exzellente Fotos der Vögel der Westpaläarktis machen zu können. Die Ausbeute an Bildern auch von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Das nette Bild des Blogs ist nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture- Shop” sehr bald finden werden. Geben Sie mir einfach Bescheid, wenn wir Sie das Bild einer Vogelart benötigen, bevor die neuen Bilder online sind.

Update: nun auch Bilder der Wasserralle und der Tüpfelsumpfhühner in der Galerie

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