Erfahrungsbericht Canon EF 70-200mm f/4L IS USM

EF_70-200mm_f4L_IS_USM_grün3Der ein oder andere hat vielleicht schon die Erfahrungsberichte auf bird-lens.com u.a. zum Canon EF 400mm f/4 DO IS USM, oder zum Sigma 120-300 f 2.8 APO EX DG OS HSM gelesen. Mein neuestes Objektiv ist das Canon Canon EF 70-200mm f/4L IS USM. Wie bei den oben erwähnten Blogs, handelt es sich wirklich um einen persönlichen Erfahrungsbericht. Das ist kein Test oder gar das Ergebnis einer Laborauswertung. Wer daran interessiert ist, sollte sich weiter im Nest in den einschlägigen Foren umgucken.

Wie beim Canon EF 400mm f/4 DO IS USM stand beim Erwerb des Canon 70-200/4,0 L IS USM einerseits die Möglichkeit der vielfältigen Nutzbarkeit – insbesondere auf Reisen – im Vordergrund. Andererseits arbeite ich als Vogelfotograf, der sich auf das Ablichten möglichst vieler Vogelarten für wissenschaftliche Zwecke spezialisiert hat, meistens mit langen Teleobjektiven und brauchte nur eine Abrundung nach unten. Es gibt ja auch mal das Bedürfnis, Habitataufnahmen zu machen oder auch Vögel, die richtig nah kommen, gescheit abzulichten.

Die Lichtstärke spielt daher nicht gar so eine Rolle, die Leichtigkeit des Objektivs soll nicht durch das viele Glas für die Linsen beeinträchtigt werden. Ein Bildstabilisator (Image Stabelizer), der die Möglichkeiten der Freihandfotografie um einige Belichtungsstufen nach unten erweitert, ist natürlich schön. Immerhin sollte der Bildstabilisator den Gebrauch des Objektivs zu den gewöhnlichen Tageszeiten ermöglichen und auch den Verzicht auf ein festes Stativ ermöglichen. Noch wichtiger war, daß das neue leichte Tele-Zoomobjektiv über ein witterungsbeständiges Design verfügt und sich insbesondere an feuchten Tagen und niedrigen Temperaturen (auch bei Schnee und Regen) nicht mit (Kondens-)Feuchtigkeit vollpumpt. Das Zoom mußte unbedingt auch unter rauen Bedingungen eingesetzt werden können.

So war die Entscheidung recht einfach. Es sollte das Canon EF 70-200mm f/4L IS USM sein. Die interessantesten Ausstattungsmerkmale sind der Bildstabilisator, die Innenfokussierung, das es gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet ist und natürlich die Canon-typische hohe Fertigungsqualität.

Nach gut 1 Jahr in Gebrauch und verschiedenen Reisen u.a. nach Nordspanien im Winter – dabei bei Minustemperaturen und anständig Schnee oder auch bei Hitze – kann ich folgendes vorläufige Resümee ziehen:

Das Zoom besticht durch eine hervorragende Auflösung insbesondere bei der Endbrennweite. Dies auch schon bei Offenblende. Ich kombiniere dieses Zoom bisher nicht mit einem Telekonverter. Daher kann ich auch nicht sagen, wie brauchbar die Leistungen im erweiterten Telebereich dann noch sind. Die für ein Profi-Zoom bei Canon üblichen Features, dem jederzeitigen manuellen Eingriff in die Fokussierung und auch die Eingrenzung des AF-Bereichs spielt für mich auch bei der maximalen Brennweite keine große Rolle. Ein echter Pluspunkt ist das also nicht. Die Leistung des Bildstabilisators ist tadellos. Verwacklungen bei Freihandaufnahmen werden zuverlässig ausgeglichen.

Insgesamt ist das Objektiv ein angenehm leichter Reisebegleiter, den ich praktisch auf jeder Reise mitnehme. Das Ändern der Brennweite während einer Aufnahmeserie ist ein Kinderspiel. Der Zoomring zeigt kein Spiel und funktioniert butterweich.

Sehr schön ist, daß das Objektiv – auch mit aufgesetzter Sonnenblende – in einen überschaubaren Foto-Rucksack paßt. Das ist immer vorteilhaft, falls man doch mal mit kleinem Gepäck durch den Wald wandert und jederzeit schußbereit sein will. Eine Kombination des EF 70-200mm f/4L IS USM mit dem Canon ESO 1 DX paßt perfekt z.B. auch mit angesetzter Gegenlichtblende in den Lowe Pro Flipside 300.

Wie ich oben schon sagte, bin ich bisher sehr zufrieden mit dem EF 70-200mm f/4L IS USM von Canon. Gebraucht wird diese Serie bereits zu recht attraktiven Konditionen angeboten. Ob das Preis-/Leistungsverhältnis paßt, muß jeder selber anhand seiner Anwendungsgebiete und seiner finanziellen Möglichkeiten prüfen.

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