Nachweis des Schlagschwirls (Locustella fluviatilis) im Hintertaunus

SchlagschwirlAm 21.05.14 konnte auf eine Meldung in Ornitho.de bei einem Besuch der Umgebung von Idstein im Hintertaunus ca. 40 km nördlich vom Frankfurt Stadtmitte ein singender Schlagschwirl entdeckt werden. Es wurden Fotobelege gemacht. Der Gesang war schon aus einer Entfernung von gut 100 Meter sehr gut zu vernehmen. Der Schlagschwirl sang auf einem recht kleinen Weidengebüsch – dem kleinsten in der Umgebung – ausdauernd. Von dort wechselte der Schlagschwirl gelegentlich in das angrenzende vorjährige Schilf, um dann wieder in die Reihe mit Weidengebüschen zu fliegen. Der Aktionsradius betrug während der ca. einstündigen Anwesenheit nicht mehr als 50 Meter. Zwischen den Gesangsaktivitäten schlüpfte der Schlagschwirl behände zwischen den dichtgewachsenen Zweigen der Weiden und dem Schilf hin und her. Einmal badete er wohl im kleinen Bächlein am Fuß der Weide. Jedenfalls kam er ziemlich naß nach einer Weile des Verschwindens zurück auf seine präferierte Singwarte und putze sich das Gefieder. Auf den Fotos ist die diffus gestrichelte Brust gut zu erkennen. Auffallend sind die recht hell-rosa gefärbten Beine.

Ob es sich nur um ein Individuum des Schlagschwirls handelt, ist nicht ganz klar. Ich meinte, zwischenzeitlich auch aus einem anderen Weidenbusch Gesang zu hören. Im gleichen Gebiet waren auch mindestens 3 Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris) – ebenfalls sehr stimmfreudig – zu sehen. Ein antagonistisches Verhalten zwischen den beiden Arten war nicht erkennbar.

Der Schlagschwirl muß seit mindestens dem 14. Mai 2014 im Gebiet sein, denn seit diesem Datum gibt es dazu eine Meldung in Ornitho.de. Es ist fraglich, ob die Art zunehmend im westlichen Deutschland vorkommt – oder bisher nur übersehen wurde. Immerhin wurde der Schlagschwirl 2013 bereits zum zweiten Mal im Kreis Saarlouis entdeckt. Wie auch immer, der Schlagschwirl (Locustella fluviatilis) ist eine seltene Vogelart im Westen Deutschlands. Wikipedia schreibt zum Schlagschwirl, daß es sich hier um einen Singvogel aus der Gattung der Schwirle (Locustella) handelt, der im Osten Mitteleuropas ein verbreiteter und häufiger Brut- und Sommervogel ist. Im Westen Mitteleuropas ist er ein sporadischer, jedoch gebietsweise regelmäßiger Durchzügler sowie vereinzelt auch Sommergast. In Bayern besiedelt er zunehmend die Flusstäler von Inn, Isar, Donau und Main. Zu der Zeit als der Wikipedia-Eintrag geschrieben stammten die westlichsten Brutnachweise in Deutschland noch aus Hessen.

In seinem „Handbuch der Vögel Mitteleuropas“, Band 12/I „Passeriformes, Sylviidae“ beschreibt Urs N. Glutz von Blotzheim, daß der Schlagschwirl ein Hauptverbreitungsgebiet hat, das sich vom östlichen Mitteleuropa ostwärts bis nach Westsibirien erstreckt. Er ist ein Langstreckenzieher, dessen Winterquartiere im südlichen Afrika liegen. In Deutschland liegt die westliche Verbreitungsgrenze grob auf einer Nord-Süd-Linie vom östlichen Schleswig-Holstein und östlichen Niedersachsen bis ins mittlere Bayern. Westlich davon treten bzw. traten bis zur Drucklegung 1991 Bruten nur sporadisch auf. Durch Zugprolongation kam es aber auch damals schon regelmäßig zum Auftreten einzelner Vögel, die dann in der Regel ausgiebig sangen. Glutz von Blotzheim schreibt aber auch, daß in Kombination mit der zur Brutzeit heimlichen Lebensweise der Art eine Verbreitungsgrenze nur schwer abzuschätzen ist.

Die günstigste Zeit für die Suche nach einem Vorkommen ist von Mitte Mai bis Ende Juni. Das ist die Gesangsaktivität am intensivsten. Der Nachweis jetzt – Mitte Mai – paßt also perfekt zu einem Vogel, der ggf. noch seinen Partner und sein Revier sucht. Immerhin die Habitatbeschreibung für diesen Schwirl paßt perfekt auf das vorgefundene Areal.

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