Schutz der Rotmilane mit BfN-Projekt

Red Kite low over fieldsWieder mal steht der Rote Milan, Milvus milvus, im Fokus. Der Bestand diesen schönen Greifs ist seit Jahren rückläufig. Als Hauptgrund wird die Veränderung seines Lebensraums und der damit verbundenen Rückgang des Nahrungsangebots vermutet. Als Teil der voranschreitenden landwirtschaftlichen Intensivierung wird immer mehr Grünland in monotone Maisfelder umgewandelt. Die Situation wurde in den letzten Jahren noch verschärft als der Mais nicht mehr nur als Futtermittel angebaut wird, sondern auch zur Energiegewinnung. Das führt zu einer einseitig genutzten Agrarlandschaft mit Raps und Wintergetreide anstelle von Feldfutter, Hackfrüchten und Grünland. Das könnte die Nahrungssuche für den Rotmilan erschweren. Besonders zur Brutzeit fehlt notwendiges Futter zur Aufzucht der Jungtiere. Hinzu kommen tödliche Gefahren durch Freileitungen, Windenergieanlagen und illegale Verfolgung.

Der Rotmilan ist durch seinen stark gegabelten Schwanz meist schnell identifizierbar. Auffallend ist auch die rötliche Färbung im Gefieder des Schwanzes. Die langen, schmalen Flügel sind auf der Unterseite sehr kontrastreich, auffällig sind der helle Kopf und auch die hellen Federn vor den schwarzen Flügelspitzen.

Mit vereinten Kräften wollen drei große Naturschutzverbände den Rückgang der Bestände des Rotmilans stoppen. In 11 Projektregionen aus 8 Bundesländern beraten Experten die in der Landwirtschaft tätigen Menschen über Möglichkeiten einer Rotmilan-freundlichen Landnutzung. Die Landwirte können ihre Flächen im Rahmen der ökologischen Vorrangflächen bewirtschaften oder Naturschutzverträge mit den jeweiligen Bundesländern abschließen. Naturschutz und Landwirtschaft arbeiten im Projekt eng zusammen. Nicht nur der Rotmilan, sondern auch viele andere bedrohte Arten, wie der Feldhamster (Cricetus cricetus), das Rebhuhn (Perdix perdix) und der Feldhase (Lepus europaeus) sollen von den Maßnahmen profitieren.

Es wird eine wissenschaftliche Begleitung des Projektes geben, die den Erfolg der Schutzmaßnahmen überprüft. Die Wissenschaftler wollen untersuchen, ob die Roten Milane durch eine schonende Landnutzung mehr Nahrung finden und wie sich dies auf den Bestand und Bruterfolg auswirkt. Ob die Rotmilane ihre Nahrung tatsächlich auf den Rotmilan-freundlich bewirtschafteten Flächen suchen, werden Ergebnisse aus radiotelemetrischen Untersuchungen zeigen. Über Nistkameras erhoffen die Wissenschaftler zudem einmalige Einblicke in das Leben der Rotmilane und fachlich wertvolle Analysen zum Nahrungsspektrum zu erhalten.

Bei diesem Projekt im Rahmen der Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt ist als Projektträger der Deutsche Verband für Landschaftspflege e. V.  verantwortlich. Sonst kommt bei den vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) geförderten Projekten ja häufig der BUND zum Zug. Damit obliegt dem Projektträger die Gesamtkoordination und fachlich-strategische Leitung des Vorhabens mit insgesamt 14 Verbundpartnern. Als Projektpartner sind u.a. der Dachverband Deutscher Avifaunisten e.V. (DDA) und die Biologische Station Rhein-Berg e.V. (NW) mit an Bord.

Die Laufzeit ist bis zum 30.06.2015 projektiert. Das Gesamt-Finanzvolumen umfasst immerhin ca. 1,8 Millionen Euro.

Rotmilane erreichen eine Größe um 70 cm und eine Spannweite von ca. 160 cm. Das Brutgebiet der Rotmilane beschränkt sich in Mitteleuropa auf die lichten Laub- und Mischwälder der Mittelgebirge. Nur ein Teil der Population zieht im Winter weiter südlich in den Mittelmeerraum, ein großer Teil überwintert hier. Rotmilane jagen manchmal anderen Greifvögeln die Beute ab, meistens fangen sie die bevorzugten Kleinsäuger und Vogel jedoch selbst. Rotmilane zählen zu den Vogelarten für die Deutschland eine besondere Verantwortung hat. Mehr als die Hälfte aller auf der Welt vorkommenden Rotmilane brüten hier.

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