Kiefernkreuzschnäbel beim Trinken im Mulderskop Zuid / Limburg

Parrot CrossbillKiefernkreuzschnäbel (Loxia pytyopsittacus) an einer Pfütze beim Baden. Die Fotos im auf der Website der Vogelbeobachter in den Niederlanden “waarneming.nl” (http://waarneming.nl/) waren einfach sensationell. Letzten Sonntag hatte ich ja schon eine kurze Reise zu dem dort schon länger sich aufhaltenden Braunwürger (Lanius cristatus) gemacht. Der Braunwürger war eine Erstbeobachtung für die Niederlande. So selten sind die Kiefernkreuzschnäbel natürlich nicht, aber dieses Jahr scheint ein rechtes Invasionsjahr zu sein. Nach dem Besuch der Website der Vogelbeobachter in den Niederlanden “waarneming.nl”  entschieden wir uns diese in Mitteleuropa seltenen Kreuzschnäbel nicht weit von der deutschen Grenze bei Nijmegen zu suchen. Die  Kiefernkreuzschnäbel (Loxia pytyopsittacus) sind seit mehreren Wochen hier an der Grenze zwischen Limburg und Gelderland anwesend. Kiefernkreuzschnäbel sind momentan auch in Deutschland anzutreffen. So am 3. oder auch am 4. Februar 2014 mindestens 6 Exemplare im Werdauer Wald im Landkreis Zwickau. Während sie bei uns aber meines Wissens bisher nur in geringer Anzahl und häufig auch nur überhin fliegend zu bewundern waren,  dann auch häufig nur nach der Auswertung von Tonaufnahmen eindeutig zu identifizieren waren, sind die Kiefernkreuzschnäbel in dem Heidegebiet bei Nijmegen sowohl häufig als auch beim Baden und Trinken zu beobachten. Also auf zum kleinen Örtchen Molenhoek und von dort in das Reservat Mulderskop Zuid.

Ich war etwas skeptisch, ob man sich in dem in Renaturierung befindlichen Heidegebiet, das auch ein beliebtes Naherholungsziel ist, so einfach bzgl. der Kiefernkreuzschnäbel würde orientieren können. Immerhin die GPS-Daten auf der Website der Vogelbeobachter in den Niederlanden “waarneming.nl” gaben schon mal einen guten Anhaltspunkt. Also: Einfach hinfahren. Zu meiner Verwunderung ist das Reservat Mulderskop mit einigen schmalen asphaltierten Wegen durchzogen, die man mit dem Auto befahren kann. Die Pfütze mit den badenden Finken war keine 500m von einem offensichtlich beliebten, stark frequentierten Parkplatz entfernt. Als wir gegen 12:40 ankamen, war ein Trupp Kiefernkreuzschnäbel (Loxia pytyopsittacus) beim Trinken und Baden in einer – um nicht zu sagen: der – Pfütze aktiv. Leider verschwanden sie noch bevor ich die Ausrüstung aufbauen konnte. Geduld muß man also (allerdings bei schönsten Winter-Sonnenwetter) mitbringen. Die Ergebnisse sehen Sie hier .

Ein Paar der Kiefernkreuzschnäbel konnte dann beim Fressen an Kiefernzapfen in einem kleinen Waldstück nahebei beobachtet werden. Aber das waren nicht die Fotos, wegen denen ich die 130km gefahren war.

Dann endlich: Zuerst einer, dann insgesamt 4 Kiefernkreuzschnäbel versammeln sich in der kahlen Spitze einer solitär stehenden Eiche. Sie rufen und wollen offensichtlich zu der Pfütze (es ist die 2 im Gebiet befindliche, in der aber fast kein Wasser mehr ist) am Fuß des Baumes. Sie kamen dazu immer weiter auf den Zweigen herunter. Vor allem die Männchen wurden immer „mutiger“. Dann endlich konnte ich meine Loxia fotografieren. Die niederländischen Vogelbeobachter haben sie alle als Loxia pytyopsittacus angesprochen. In Bezug auf die Bilder, war ich mir zwischenzeitlich nicht so sicher. Während der trinkende männliche Fichtenkreuzschnabel wohl mit gutem Grund ein Kiefernkreuzschnabel (Loxia pytyopsittacus) ist, sieht der andere männliche Kreuzschnabel so normal aus – auch wenn die Enden der unteren Schnabelspitze nicht über den oberen Schnabelfirst (Culmen) reichen. Für den Interessierten: Ich habe die Bilder mal hier eingestellt.

Das mit der ID-Abgrenzung ist allerdings ein bekanntes Problem und wird auch in der niderländischen Ornithologengemeinde diskutiert. Die untere Mandipel wirkt nicht immer so mächtig, wie das u.a. beim „Der Kosmos Vogelführer“ von Lars Svensson, Killian Mullarney, Dan Zetterström dargestellt ist. Eine gewisse Variabilität innerhalb der Art ist wohl auch gegeben und dann spielt sicher noch das Alter eine Rolle. So besteht nur bei Vögeln mit extrem hohen Schnäbeln kein Zweifel, aber für die viel sichere Bestimmung muß man doch auf die Laute zurück greifen. Ein wiederkehrendes Problem ist in der Tat dass die besten Kreuzschnabelfotos am Wasser gemacht werden und dass der Schnabel dann geöffnet ist, was die Form nur schwer abschätzen läßt.

Falls Sie sich ebenfalls für diese paläarktische Rarität interessieren, sollten Sie nicht zögern, dorthin zu fahren. Die genaue Stelle ist mit Hilfe der o.a. Website der niederländischen Kollegen ohne weiteres zu finden.

Um die wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen der selteneren Arten der Paläarktis befriedigen zu können, hat Bird-lens.com gezielt Reisen an entfernte Orte wie die Küstengebirge von West-Norwegen oder im Winter zu einem abgelegenen Hafen in Dänemark unternommen. Dies alles um exzellente Fotos der Vögel der Westpaläarktis machen zu können. Die Ausbeute an Bildern auch von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Die Bilder, die Sie in der Galerie sehen, sind nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture-Shop” sehr bald finden werden. Geben Sie mir einfach Bescheid, wenn wir Sie das Bild einer Vogelart benötigen, bevor die neuen Bilder online sind.

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