Vredestein Wintrac 4 Extreme: Erfahrungsbericht

Vredestein Wintrac 4 Extreme LaufflächeIn einem Test hatte ich gelesen: „Stärken: niedriger Rollwiederstand, ordentliche Leistungen auf Schnee. Schwächen: reduzierte Reaktion auf Lenkbewegungen, durchschnittliche Aquaplaningsicherheit.“

Als Vogelfotograf habe ich mich auf das Ablichten möglichst vieler Vogelarten für wissenschaftliche Zwecke spezialisiert. Bei der Reifenwahl habe ich meine Bedürfnisse genau geprüft. Ich fahre  viel in den unterschiedlichsten Gegenden, im Gebirge bis auf 2.500m NN, in Lappland oder auch in karstigen Gebirgen um das Mittelmeer. Auf den regelmäßigen Reisen sehe ich eine Kombination von Feldwegen, Landstraßen und Schnellstraßen. Alle Straßen befinden in unterschiedlichen Stadien der Reparatur und der Oberflächenbeschaffenheit. Natürlich muß ich auch auf Autobahnen fahren. Im letzten halben Jahr habe ich so um die 15.000 Kilometer gefahren.

Bisher hatte ich hinten Goodride SU307 AWD und vorne Goodyear Wrangler HP AllWeather. Der Reifensatz war vom (gewerblichen) Verkäufer des Wagens als Verkaufsargument montiert worden. Nun stand ein Winterbesuch in Norwegen, genauer in Trondheim an. Mein Jeep Grand Cherokee  war zwar ein guter Performer mit der Kombination auf Matsch. Mein Händler empfiehl mir Allwetterreifen. Aber für die Reise wollte ich sicher gehen. Ich habe jetzt einen Satz Vredestein Wintrac 4 Extreme 235/65 R 17 für meinen Grand Cherokee gekauft – insbesondere für den zu erwartenden Schnee.

Das Auto eines Freundes (ebenfalls Jeep Grand Cherokee) war sogar bei der leichtesten Schneedecke auf den Standardreifen unfahrbar. Also entschied ich mich gezielt für Winterreifen. Die gesuchten Reifen sollten sehr gut im Schnee sein.

Ich bin jetzt im beginnenden Winter in Norwegen unterwegs und kann einen kurzen Eindruck widergeben. Ich muß sagen: die Vredestein Wintrac als Winterreifen sind wirklich eine Offenbarung. Ausgesprochen vortriebsstark – fast unaufhaltsam – wenn sie mit meinem 4 x 4 Jeep Grand Cherokee  vorwärtsstürmen. Auch vom Handling bin ich positiv angetan. Man fühlt sich sicher auch bei 10 Zentimeter Schnee.

Die Reifen machten überhaupt einen sehr gut Eindruck bei Temperaturen unter 2 Grad. Hier besteht die Gefahr der Eisbildung schon auf den vielen Brücken, die man in Norwegen quert. Im Vergleich zur Erfahrung, die ich bei dem Wagen meines Freundes gemacht hatte, wurden die Bremswege drastisch reduziert. Gestern bin ich mal einen teils verschneiten, teils vereisten Berghang der „Harvester“ an einem Kahlschlag hochgefahren. Ein Hang, den wäre ich so ohne weiteres wohl zu Fuß nicht hoch- bzw. runtergekommen. Die Vredestein Wintrac auf meinem Jeep Grand Cherokee machten hier einen super Eindruck. Beim Anstieg sowieso. Aber noch beeindruckender war der Grip beim Herunterfahren. Natürlich spürte ich das Rutschen der schweren Karosse, aber wenn man dem Vorwärtstrieb ein wenig Spiel gab, war das Handling immer spurtreu und sicher.

Auf ungepflügten Straßen, (ca. 10cm Schneedecke; in Norwegen eher selten) war der Grip untadelig. Insgesamt war der Grip und das Kurvenverhalten sowohl bei Schnee als auch Nässe hervorragend. Das sowohl auf der Ebene als auch an Hängen. Sehr gut waren auch die Erfahrungen bei schlammigen Fahrbedingungen abseits der asphaltierten Fahrwege. Bei Kurvenfahrten – insbesondere bei engen Kurven – hatte ich den Eindruck, daß die Reifen „schmieren“. Das Geräusch war zumindest entsprechend. Ich versuche daher, den Reifenabrieb zu minimieren und setze im Zweifel eher einmal zuviel zurück und fahre dann nochmal an.

Wunder bei der Geräuschentwicklung darf man natürlich nicht erwarten. Sowohl die Innengeräusche  als auch die Außengeräusche  sind gut vernehmbar aber nicht unangenehm.

Fazit: Sehr zu empfehlen, denn es ist nicht nur die Art und Weise wie die Reifen das Fahrzeug vorwärtsbewegen. Es ist insbesondere der unglaublich kurze Bremsweg. Der Nachteil bei den Wintracs soll ja sein, daß sie schneller abfahren als andere Reifenmarken. Reifenverschleiß  ist also klar ein Thema, das man im Auge behalten sollte. Ich vermute mal, daß eine weichere Gummimischung für die niedrigen Temperaturen verwendet wurde. Diese zeigt dann eben nicht nur positiven Aspekte. Nach Ende des Winters werde ich die Reifen sicher ummontieren.

 

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