Pribilof: Inseln im windgepeitschten Meer

RotschnabelalkWeit draußen in der Beringsee, fast 500 km westlich vom Festland Alaskas und knapp 400 km nördlich der Aleuten, liegen die Pribilof-Inseln im windgepeitschten Meer der Beringsee. Angeblich sind die Inseln nach dem russischen Pelzhändler Gavrill Pribylov benannt, der im 18. Jahrhundert in St. George Island an Land ging. Die Witterung ist rau, die Wolken hängen tief, es regnet praktisch jeden Tag. Was also treibt Naturfreunde und Fotografen auf so schwer zugängliche, kalte, regenreiche und kulinarisch unterversorgte Inseln?

Die Antwort ist schnell gegeben. Die Inseln beherbergen wohl die größten Seevogelkolonien der nördlichen Hemisphäre. Vor allem die Insel St. George verzeichnet das größte Vorkommen an Seevögeln in der nördlichen Hemisphäre.

In diesem Archipel herrscht ein unglaublicher Reichtum an Fischen und anderen Meerestieren. Viele der aus dem Meer ragenden Felsklippen sind daher von Seevögeln vereinnahmt. Mehr als 2,5 Millionen Seevögel von 230 Arten nisten auf den Pribilofs.

Die Pribilof-Inseln werden auch das “Galapagos des Nordens” genannt. Mit seinen riesigen Kolonien Continue reading Pribilof: Inseln im windgepeitschten Meer

Siberian Rubythroat (Luscinia calliope) in May on the Pribilofs

RubinkehlchenLooking for Vagrants at Hutchinsons Hill, the northernmost tip of the island of St. Paul, resulted in a perfect male Siberian Rubythroat on the 24th of May 2016. A group of 10 birders travelled to the Pribilofs with High Lonesome and we had already exiting observations with great adventure with great leaders and excellent organization. When we arrived in Hutchinsons Hill, we first walked in line along the hill. But besides an Arctic Fox and the abundant Lapland Longspur (Calcarius lapponicus) and Snow Bunting (Plectrophenax nivalis), we did not see something. Suddenly, our leader shouted out: “ Siberian Rubythroat”, and again  “ Siberian Rubythroat”. Immediately the group was highly alerted. The 2nd leader had to push a bit for discipline because everybody wanted to get perfect views and – even more important – excellent photos. Finally the Siberian Rubythroat could be pinned-down in a combination of green vegetation – probably sellery – and dried grass. The views in the scope were short but striking. Then the bird flew away. Without hope, we started sitting and wait for more vagrants to come. After a while, someone got a glimpse on a brownish bird, which turned out to be a Northern Wheatear (Oenanthe oenanthe). We congratulated Continue reading Siberian Rubythroat (Luscinia calliope) in May on the Pribilofs

Luftkampf Wiesenweihe und Schwarzer Milan

WiesenweiheLaut und schrill rufend nähert sich die weibliche Wiesenweihe (Circus pygargus) dem gemächlich am Himmel kreisenden Schwarzen Milan (Milvus migrans). Über der Feldflur bei Oehna /Niedergörsdorf fand ein eindrucksvoller Luftkampf zwischen einer weiblichen Wiesenweihe und einem deutlich größeren, aber ebenfalls sehr gewandten, Milan über einem Getreidefeld statt. Dabei ging sie den Milan meistens von unten an, drehte sich kreischend auf den Rücken und präsentierte die Krallen. Obwohl sehr heftig der Flugfeind angegangen wurde. Ein direkter Körperkontakt konnte nicht beobachtet werden; es wurden wohl keine Federn gelassen. Doch die weibliche Wiesenweihe ließ – wohl direkt über dem ausgesuchten Brutplatz – nicht locker. Immer wieder attackierte die Weihe auf den Milan, der schließlich das Weite suchte und in Richtung Jüterbog abstrich.

Feststellungen in der Literatur, wonach sich Wiesenweihen am Brutplatz ängstlicher als Kornweihen verhalten, können zumindest für dieses Weibchen und seinen Partner nicht bestätigt werden. Neben der oben beschriebenen Attacke auf den Schwarzen Milan war auch ein Anflug auf Continue reading Luftkampf Wiesenweihe und Schwarzer Milan

Display flights of European Honey-buzzards

WespenbussardSpring is the best time to observe a flying or circling European Honey-buzzard (Pernis apivorus) on their breeding grounds. Now is Display time! Since the breeding birds arrive until the middle of May in the breeding area, bird watchers and bird photographers have to hurry-up to take pictures of European Honey-buzzards. This is because oviposition falls on the brink of May/ June. At the end of June / beginning of July, the youngs appear and at to the beginning of August fledging starts.

There are two periods of activity for the adult European Honey-buzzards: display and post-fledging. Display takes place in Germany from mid of May till early June. There is a time lag between spring migration observations and display flights. It seems, that on first arrival in early May the birds are rather lazy perhaps feeding and resting after the long migration. The lazy flight with long periods of effortless floating, interspersed with the very occasional stall or spell of active flapping, occurs over their breeding areas at this time. This can be misinterpreted as migration flight. In this time very impressive and repeated display flights – “butterfly display” – is brief and in rainy springs may not be conspicuous. In “butterfly mode” the European Honey-buzzard shakes its wings above back in rapid succession, usually six or seven times.

A good description you will find here. The author mentions, that Continue reading Display flights of European Honey-buzzards

Wie und wo kann man Eisvögel fotografieren?

EisvogelEin Stecken im Wasser im schönsten Sonnenlicht und darauf ein Eisvogel (Alcedo atthis). Das ist ein Bild, das viele Naturfotografen schießen wollen. Da stellt sich natürlich die Frage, was die Vorlieben und Gewohnheiten des Eisvogels sind. Wenn man sich intensiver mit der Eisvogelfotografie auseinandersetzt, fragt man sich wie z.B. ein Lieblings-Ansitz aussehen muß, wie die durchschnittliche Höhe über dem Wasser sein sollte, wie das Ausmaß ihres Territoriums ist, welche Stellen – bzgl. Tiefe und Strömung – entlang eines Gewässers angeflogen werden.

In dem Blog über die Balzfütterung beim Eisvogel am sogenannten Hechtsee in der Feldberger Seenlandschaft konnte ja Ende April ein Paar Eisvögel sehr schön auf einem vorzüglich platzierten Stecken fotografiert werden. Hierzu muß man sagen, daß die Eisvögel, die an dem beschriebenen Ansitz zu sehen sind, auch in einer Röhre direkt im Fotoversteck brüten.

Wenn man ein solcherart hergerichtetes Versteck nutzen kann, kann man sich einfach in die Beobachtungshütte setzen, warten und genießen. Ansonsten stellt sich natürlich die Frage, auf Continue reading Wie und wo kann man Eisvögel fotografieren?

Wiesenweihen im Fläming

WiesenweiheTau liegt auf den Gräsern. Anfang Mai liegen die morgendlichen Temperaturen noch deutlich im einstelligen Bereich, bei Sonnenschein wird es später aber schon recht warm. Elegant schwebt ein Greifvogel tief über dem noch niedrigen Getreidefeld. Im Winter sind Kornweihe (Circus cyaneus) im Gebiet ebenso wie in den Niederungsgebieten Brandenburgs – wie dem Havelländischen Luch – nicht selten. Beim Näherkommen fällt dann auf, daß diese Weihe auffallend zierlicher als die Kornweihe ist und deutlich längere, schlankere und spitzere Flügel aufweist. Da wird es sich wohl um die Wiesenweihe (Circus pygargus) handeln, die im Bereich des Niederen Flämings im Süden Brandenburgs seit Ende April zu sehen ist. Als Alternative käme nur noch die Steppenweihe (Circus macrourus) in Frage. Diese Weihe ist allerdings ein seltener Irrgast auch wenn sie zunehmend auf dem Zug oder auch übersommernd in Deutschland festgestellt wird. So wurde eine immature Steppenweihe (Circus macrourus) seit dem 14. Mai 2015 aus dem Havelländischen Luch gemeldet. Damals konnten bei einem Besuch des Turms bei Buckow, mitten im Havelländischen Luch, Beobachtungen eines jagenden Exemplars, ein Männchen im 2. Kalenderkleid, über einen längeren Zeitraum gemacht werden.

Der Flug der Wiesenweihe ist elegant und leicht. Besonders während des Patrouillierens schlägt Continue reading Wiesenweihen im Fläming

Migration of Red-footed Falcon along Alpine foothills

RotfußfalkeIn the last days of May 2015, a remarkable presence of Red-footed Falcon (Falco vespertinus) was reported from southern Baden-Wuerttemberg and Bavaria. Red-footed Falcons are a thrilling sight – not only for Western Europe. Therefore it is advisable to prepare for a seasonal pattern of occurrence by knowing migration routes, behavior and history of vagrant sightings.

These bird breeds from Eastern Europe to Mongolia. Its journey to and from its South African wintering grounds routinely leads it across the Mediterranean. This migratory behavior make it a regular vagrancy, not least in spring when they are significantly travelling further west from Africa back into the Eastern European breeding areas.

At least this was true in 2015, where at least Switzerland, Baden-Wuerttemberg and Bavaria showed a strong presence of Red-footed Falcon But already north of the Danube it occurred only occasionally. But not only these areas in Continue reading Migration of Red-footed Falcon along Alpine foothills

Tierparadies Hundsheimer Berge

BienenfresserEtwa eine Stunde donauabwärts von Wien (50 km) entfernt befindet sich das Naturreservat Hundsheimer Berge in der Nähe der Stadt Hainburg. Die Gebiet zwischen Wien und Bratislava liegt nicht weit von der slowakischen Grenze entfernt. Von dem kleinen Ort Hundsheim aus können Naturfotografen in einer weitgehend naturbelassenen Wald- und Graslandschaft mit einer artenreichen Flora und Fauna auf Fotopirsch gehen. Nach etwa einer Stunde Aufstieg erreicht man den höchsten Punkt des Naturreservats Hundsheimer Berge, das aus dem Braunsberg (346 m), dem Hexenberg (480 m) und dem Spitzerberg (288 m) besteht. Da die Wetterlage oft sehr sonnig ist, ist die beste Zeit für eine fotografisch Exkursion früh morgens bis mittags. Am Hundsheimer Berg befindet sich ein Hide, ein versteckter Besucherstand. Dieser ist vorzüglich zur Beobachtung von Bienenfressern (Merops apiaster) oder auch des Wiedehopfs  (Upupa upupa) geeignet. Bienenfresser Continue reading Tierparadies Hundsheimer Berge

Common Kingfisher feeding female

Eisvogel

A Common Kingfisher (Alcedo atthis) on its perch is the image! Many nature photographers are keen on getting on – or more – of this. Highlight is action, which could mean feeding or diving for food. Between February and March of Kingfisher starts dating. Before Kingfishers are ready to mate, the female have to be brought into the right mood. For this purpose, the male woos his selected counterpart and offer presents, in many cases small fishes. Obviously feeding the female is a very important contribution to the pair bond. Nice photo opportunities are possible from a photo hide in der Feldberger Seenlandschaft in the northern part of Brandenburg. A lake called Hechtsee is full of fishes. End of April a pair of kingfishers could be photographed. At dawn first mating could be observed and photographed and in the course of the morning, at least threetimes feeding action could be photographed. Luckily for photographers feeding the female is therefore not only limited to the time prior to mating.

Up to 8 eggs are hatched alternately by the Kingfisher pair in a period of just three weeks. Until they get their full plumage, it takes Continue reading Common Kingfisher feeding female

Durchzug von Sterntauchern vor der Halbinsel Nordkyn/ Norwegen

SterntaucherEben noch hatte es geregnet. Nun herrscht wieder schönster Sonnenschein. Gut, daß man im Windschatten des Leuchtturms steht, denn der Ostwind pfeift ganz schön. Mühsam kämpfen sich am Horizont Zugvögel gegen den Wind in Richtung Barentssee voran.

In der Ferne sind ziehende Sterntaucher (Gavia stellata) zu entdecken. Zwar sind auch Prachteiderenten (Somateria spectabilis), Eisenten (Clangula hyemalis), Trauerenten (Melanitta nigra) und Basstölpel (Morus bassanus) auf hoher See zu sehen. Doch jetzt – Anfang Mai – hat der Durchzug von Sterntauchern seinen Höhenpunkt erreicht und Sterntaucher stellen mit die individuenreichste Gruppe der Zugvögel. Immer wieder ist ein seltsames Gackern zu hören. Nach einer Weile ist dann auch meist ein Sterntaucher (Gavia stellata) ganz nah am oder über dem Leuchtturm zu sehen. Die Masse der Sterntauchern zieht aber über die offene See. Bis zum Horizont sind Sterntaucher zu entdecken. Allein vom Flugbild kann man sie gut erkennen. Die Füße Continue reading Durchzug von Sterntauchern vor der Halbinsel Nordkyn/ Norwegen

Identifying Eurasian dotterel on migration

MornellregenpfeiferA bleak agricultural prairie in a low mountain range of Germany. The gaze falls on monotonous furrows. Only on the horizon forest can be discerned. The area seems to be empty of birds. Only at some distance a Eurasian Kestrel (Falco tinnunculus) is circling in the air. Nevertheless, this kind of habitat can be of great importance ornithological-wise. After a while, you might hear a trilling call, a melancholy “pjurrr”. Now it is time to watch-out carefully. Intense screening of suitable areas with binoculars or spotting scope to spot resting Eurasian dotterel (Eudromias morinellus) usually results only with a lot of time and patience in success. Due to the excellent camouflage of the resting birds you cannot expect fast sightings. Once you have discovered a Dotterel, it is relatively easy to determine the bird. In non-breeding plumage Eurasian dotterel may – under certain circumstances – be confused with the European Golden-Plover (Pluvialis apricaria). Dotterel in breeding plumage, however, are not to be confused with any other species to be expected in Germany. The following tips should help in determining ID-characteristics of the birds.

Dotterel in breeding plumage are characterized by the bright white superciliar stripe. On chest and belly they showy a reddish-brown color. A narrow white chest band is very typical. Moulting birds in the plumage, fade all the colors, the belly is yellowish to white blotchy. At that time a chest ring is far less noticeable. Juvenile individuals or Eurasian dotterels in non-breeding plumage are to be confused Continue reading Identifying Eurasian dotterel on migration

Vogelfotografie im Biebrza-Nationalpark im Frühjahr

Weissbart-SeeschwalbeIm Nordosten Polens, etwa 200 Kilometer nordöstlich von Warschau, erstreckt sich eine einmalige Sumpflandschaft, die von vielen deutschen Tierfotografen inzwischen nicht mehr vernachlässigt wird. Der Biebrza-Nationalpark liegt zwar eigentlich nicht gleich vor unserer Haustür, doch stellt er für etliche Arten die westlichste Verbreitungsgrenze dar. So kann man an der Biebrza nach wie vor viele in Europa sonst schwierig zu sehende Arten wie Doppelschnepfe, Seggenrohrsänger oder Schreiadler relativ leicht sehen. Mit dem Auto schafft man die Fahrt an einem Tag. Von Berlin führt die Route über die A2 und dann ab Frankfurt/Oder weiter nach Poznan-Warschau-Bialystok.

Der Biebrza-Nationalpark, der „Europäische Amazonas” schützt ein riesiges Flußsystem mit ausgedehnten Feuchtwiesen, Wasserflächen, Sümpfen und Auwäldern. Der Park hat eine Größe von etwa 60.000 Hektar. Geprägt wird das Gebiet von dem Biebrza-Becken, einem außergewöhnlich weitläufigen Continue reading Vogelfotografie im Biebrza-Nationalpark im Frühjahr

Images of birds for science & public; Western Palaearctic & the World