Der Rußheckensänger, ein seltener westpaläarktischer Vogel

RussheckensängerAls Bewohner der heißen, trockenen Halbwüsten und Savannen mit vereinzelten Sträuchern oder Akazienbüschen und Hainen von Dattelpalmen, ist dieser langbeinige, elegante Heckensänger mit seinem langem, abgestuftem und meist hoch gespanntem Schwanz ein seltener Gast in der Westpaläarktis. Auf der  Wunschliste vieler Vogelbeobachter und Fotografen steht er daher ganz oben. Die Rede ist vom Rußheckensänger (Cercotrichas podobe)!

Während einer Rockjumper-Tour im Norden Kameruns im April 2017 besuchte bird-lens.com auch den weiten Sahel-Gürtel im nördlichen Kamerun. Hier war der Rußheckensänger sogar recht häufig. Normalerweise konnte ein Rußheckensänger schon vom Wagen aus oder kurz nachdem wir das Auto verlassen hatten, gesehen werden. Gerne hielt er sich auf in offeneren Bereichen und nicht nur in niedrigen, dornigen Gebüschen auf.

Der Rußheckensänger gilt in seinen Kernlebensräumen als verbreitet oder sehr verbreitet. Allgemein wird er als sesshafter Bewohner dieses heißen und trockenen Habitats betrachtet, obwohl es offensichtlich zu kurzen Wanderungsbewegungen kommt, da die Art als regelmäßiger Winterbesucher südlich von Äthiopien und Somalia dokumentiert ist. Als Irrgast wurde er aus Continue reading Der Rußheckensänger, ein seltener westpaläarktischer Vogel

Schwarzspecht an Bruthöhle

SchwarzspechtMächtige Hammerschläge schallen weit durch den morgendlichen Wald und die über die feuchten Wiesen. Die anschließenden weit tragenden Rufe bestätigen die Vermutung. Der Schwarzspecht (Dryocopus martius) ist im Revier. Im weiteren Verlauf wird, nicht weit von den Lautäußerungen, auch der Brutbaum gefunden. Es ist eine Pappel, die der Sturm vor nicht allzu langer Zeit in der Mitte abgeknickt hat. Der untere, nun abgestorbene Stamm, weist im oberen Vierteil eine große, leicht ovale Öffnung auf. Es ist wohl keine brand-neue Höhle. Dafür wirkt der Rand der Höhle nicht frisch genug; doch weisen Holzspäne am Boden auf eine Überarbeitung der Höhle, diesmal für Brutzwecke, hin.

Wenig später kommt der Schwarzspecht – ein Männchen – angeflogen. Um den eigentlichen Brutbaum herum, sind die Schwarzspechte erstaunlich ruhig. Ohne Lautäußerung wird der Baum unterhalb des Brutlochs angeflogen. Dann sichert der Schwarzspecht zur Seite, nach oben. Dann verschwindet er sodaß Continue reading Schwarzspecht an Bruthöhle

Vielfältige Lebensräume auf Rhodos

ZwergdommelEine Blumenwiese in einem Olivenhain wirkt wie aus einem Van Gogh entsprungen. Die natürliche Szenerie auf dieser größte Inseln des Dodekanes präsentiert sich dem Betrachter harmonisch und vielfältig: lange Sandstrände, steinige Garrigue und schattige Schluchten, dichte Macchia und satt grüne Nadelwälder, ausgedehnte Oliven- Haine sowie dichte Teppiche bunter Wildblumen. Besonders im Innern finden sich, anders als auf den meisten übrigen griechischen Inseln, zahlreiche Wälder und Gehölze.

Nur wenige Kilometer vor der türkischen Küste liegt Rhodos in der südöstlichen Ägäis. Die Insel wird von einer in Längsrichtung verlaufenden Bergkette dominiert. Der Ataviros stellt mit 1215 m NN die höchste Erhebung der Insel dar. Mit breitem Abstand folgen der Akramitis (825 m) und der Profitis Ilias (798 m). Diese Berge zählen zusammen mit dem nahe gelegenen Kap Armenistis zu den bedeutendsten Naturräumen Griechenlands. Die Berge von Rhodos sind Teil des Dinarianischen Bogens, der sich über die Inseln Gythera, Karpathos und Kreta, den Peloponnes bis nach Continue reading Vielfältige Lebensräume auf Rhodos

Wiesenweihen über Fläminghügeln

WiesenweiheErst seit ein paar Tagen schweben wieder weiß-graue schlanke Greifvögel über den Hügeln des Fläming. Zuerst wurden Männchen der Wiesenweihe (Circus pygargus) gesichtet. Über den gelb-blühenden Rapsfeldern ist nun der fantastische Flug der grazilen Weihen zu sehen. Mal hoch oben in Luft, dann wieder tief über den Feldern. Sofort nach Ankunft startete das Männchen mit seinen Tänzen in der Luft. Jetzt kommt es darauf an, daß das Paar eine enge Bindung bildet und sich auf das Geschäft des Nistplatzfindens, Nestbaus und der Brut stürzen kann. Dazwischen werden die Wiesenweihen gefordert sein, den ein oder anderen frechen Eindringling, wie eine Rabenkrähe (Corvus corone) oder einen Schwarzen Milan (Milvus migrans) zu verjagen.

Die Wiesenweihe legt eine Gelege mit zwischen 3 und 7 Eiern (in der Regel vier) über einen Zeitraum von einer Woche. Nur das Weibchen bebrütet die Eier über einen Zeitraum von 27 bis 40 Tagen. Derweil füttert das Männchen das Weibchen über diesen Zeitraum und im Anschluß während der Jungenaufzucht. Wenn die Umstände günstig sind und es sich um ein großes Gelege handelt, wird auch das Weibchen zu jagen beginnen. Ansonsten wird sie Continue reading Wiesenweihen über Fläminghügeln

Heidemoore in der Wahner Heide

Schwarzkehlchen (europ.)Die leuchtend weißen, weithin sichtbaren Blüten des Wollgrases wiegen sich sanft im Wind. Sie bieten einen herrlichen, unschuldigen Anblick. An manchen Standorten bildet diese Pflanze wogende Teppiche, über denen verschiedene Libellenarten nach Beute jagen. Ein männliches Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola) wippt auf einem vorjährigen Staudenstengel und überwacht sein Revier am Rand der Wasserfläche. Die Heide-Moor-Landschaft ist zu allen Jahreszeiten wahrhaftig fotografisch besonders lohnenswert.

Mein bevorzugtes Fotorevier waren lange die Heidemoore in der Wahner Heide im Südosten Kölns. Bis vor einigen Jahren wurde die Wahner Heide als militärisches Übungsgebiet genutzt. Der sandige Untergrund kam bei dem Übungsbetrieb zu Tage. Die Heide-Moor-Landschaft besteht überwiegend aus Sandheiden, die trockenere Bereiche einnehmen, während sich in Dünentälern Feuchtheiden und Heidemoore mit nährstoffarmen Stillgewässern gebildet haben.

Heiden sowie Heidemoore zählen zu den besonders bedrohten Continue reading Heidemoore in der Wahner Heide

Kampfläufer auf dem Frühjahrszug an der Warthe

KampfläuferDie ersten Kampfläufer (Calidris pugnax) stehen wie aufgereiht entlang einer Betonstraße. Zwar noch nicht ganz im Prachtkleid, aber doch schon imposante Persönlichkeiten.

Es herrscht traumhafter Sonnenschein. Die Nachmittagssonne ist nach einem bewölkten Tag doch noch heraus gekommen. Trotzdem oder gerade deswegen herrscht aber ein strammer Ostwind, der einem warme Kleidung nahelegt. Die Kampfläufer stehen praktisch direkt auf der Piste, denn tatsächlich ist das Wasser so hoch, daß diese als letzte in der näheren Umgebung noch trocken geblieben ist. im weiteren Verlauf plätschert das Wasser sogar über die Betonplatten. Gerade das Wechselspiel von trockenen und nassen Stellen zieht die Kampfläufer ebenso an, wie die vielen Lachmöwe (Larus ridibundus). Ich versuche mich langsam mit dem Wagen zu nähern. Doch fast alle Kampfläufer fliegen im letzten Moment ab – spätestens wenn die Scheibe herunter gelassen wird. Vielleicht ist es besser, sich den Kampfläufer auf einer niedrigeren Ebene zu nähern. Gesagt, getan.

Beim nächsten Mal halte ich weiter entfernt vom Kampfläufer, der mich aufmerksam mustert, aber nicht wegfliegt. Vorsichtig öffne ich Continue reading Kampfläufer auf dem Frühjahrszug an der Warthe

Waders at Lake Neusiedl

SäbelschnäblerMost people thinking about Austria have immediately snow, mountains and hiking in mind. A very different, but extremely interesting picture, is offered for the birder in Burgenland, in the area around the lake Neusiedl. The question is, however, is a bird paradise at the same time also a photographer´s paradise? The landscape in the easternmost tip of Austria is a typical Puszta landscape with numerous, small, flat salt lakes, the so-called “Lacken”, and a big water body but only one meter deep the Lake Neusiedl (German: Neusiedler See) or Fertő. With an area of ​​about 320 km², which is almost half covered with high reeds, it is considered to be the largest steppe lake in Europe and has a decisive influence on the climate in this area. This is very mild in this region. Temperatures in excess of 30 ° C may already prevail in May. Fortunately there is almost always a gentle breeze. Otherwise when the breeze fails, the heat becomes unbearable.

Almost all year round is tourist season. We visited Lake Neusiedler in spring and summer, as well as in autumn, and found that the months April to mid July were the most interesting for animal photography. In early summer, the meadows around Neusiedler See are transformed into a colorful flower carpet. The autumn Continue reading Waders at Lake Neusiedl

Dreizehenmöwen im Fowlsheugh RSPB

DreizehenmöweDer Lärm ist durchdringend. In den Felsen nisten offensichtlich viele Seevögel. Wir stehen erst kurze Zeit direkt am Absturz des Kliffs. Da kommt auch schon die erste Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla) praktisch im Wind stehend, angeflogen.

Ohne die Beschreibung in den einschlägigen Feldführern wäre ich total aufgeschmissen gewesen. Das Fowlsheugh RSPB ist zwar gar nicht weit südlich von Stonehaven, aber die Gegend hier ist schon sehr einsam. Nur ein paar Häuschen stehen direkt am Kliff. Außer uns ist offensichtlich keiner im Gebiet. Nur 2 Angler haben sich unten am Felsenstrand eingenistet. Leider gibt es kein B&B weit und breit. Das Reservat ist nur ein paar Meilen die Küste südlich von Stonehaven entfernt. Eigentlich könnte man einen schönen Küstentrail entlang der Klippen nehmen. Wir laufen nur die ersten 200m die Klippen entlang. Die ganze Szenerie ist nicht so spektakulär wie Handa. Aber immerhin! Und man ist viel näher dran. Continue reading Dreizehenmöwen im Fowlsheugh RSPB

Fraser’s Sunbird with young in Campo Maan National Park/ Cameroon

Not only does the Campo Maan National Park have to offer the Gray-necked Rockfowl (Picathartes oreas), but also a lot of other birds that you will not find in other parts of the world. One Highlight was a sequence of shots of a Fraser’s Sunbird feeding its young at the edge of Campo Maan National Park.

After we had observed successfully the shy Bare-cheeked Trogon (Apaloderma aequatoriale), the birding luck left us a bit in the course of the day trip. The heat of the day is now fully reflected on the shady jungle paths. A small group of birds, which feed on caterpillars, have white dark circles. My guide taps on a African Yellow White-eye (Zosterops senegalensis). Well, so yellow had not at all on the stomach. At first perplexed, we end up with the species determination at a Sunbird. After all, it could be the purely insectivorous Scarlet-tufted Sunbird or Fraser’s Sunbird (Deleornis fraseri). That´s it!

Fraser’s Sunbird could be beautifully watched slipping through the Continue reading Fraser’s Sunbird with young in Campo Maan National Park/ Cameroon

Waldschepfe auf Flores/ Azoren

WaldschnepfeUnerwartet war ich schon ganz am Anfang der Reise nach Flores auf einer einsamen Straße mit einer im feuchten Gras stehenden Waldschnepfe (Scolopax rusticola) erfolgreich gewesen. Wenige Tage später sollte ich wieder bei dieser, bei den einheimischen Jägern sehr beliebten Jagdbeute, erfolgreich sein. Auf dem Rückweg von den auf dem zentralen Plateau liegenden Vulkankrater, den sogenannten Lagoas, klapperte ich aus Gewohnheit noch einmal diese enge dichtbewaldete Straße hin zur Hauptstraße zwischen Faja und Santa Cruz ab. Gerade ist die Sonne durch die dichten Wolken gebrochen und hinterläßt einen zauberhaften milchigen Eindruck. Die Erde und der Wald dampfen geradezu.

Und siehe da. Im dichtesten Nebel steht ein Vogel auf dem Schotter inmitten eines lokalen Steinbruchs. Die Entfernung zur vorherigen Beobachtung sind keine 500 Meter. Ich kann sie beim Vorbeifahren gerade noch aus dem Augenwinkel wahrnehmen. Jetzt bloß nicht anhalten. Ich fahre weiter, hole die Kamera heraus und fahre dann wieder zurück. Es ist eindeutig die Waldschnepfe. Sie hat sich inzwischen etwas in Richtung Haldenrand bewegt. Ich halte trotzdem nicht und fahre die nächste Einfahrt zum Steinbruch Continue reading Waldschepfe auf Flores/ Azoren

African Pied Hornbill in the dust bath in the Campo Maan National Park / Cameroon

ElstertokoOn the way back from the Campo Maan National Park after a very successful search for the Grey-necked Rockfowl (Picathartes oreas) we drive on the last day straight into a hollow and then look over a ridge, which makes the track in the slightly wavy national park. Before us, dust swirls in the middle of the dirt track. A group of African Pied Hornbills does not only just hang around in the adjacent trees, but also on the ground. The African Pied Hornbill (Tockus fasciatus) with their red lower bill belong to the subspecies fasciatus and they really look so beautiful. Although the track does not look too dusty, it seems to exert an uncanny attraction on the birds. Some individuals of the African Pied Hornbills are already flying away when we come over the top with our car. But one bird – probably a female – remains sitting and takes a long dusty bath. I let the driver stop the car and also turn off the engine. So, I can take some distance shots with the Canon EF400mm f / 2.8L IS II USM lapped on the side mirror. Then I let it get closer two more times. The bird does not fly off. Of course, the female of African Pied Hornbill does not let us out of her sight. First, she secures, but then she ducks deep into a hollow and throws up the dust so that the plumage is completely covered. Only when we are up to 25 meters, she flies out of the lying posture and disappears on a perch in a low tree. This day was almost the most successful birding morning of the last days.

Campo Maan is Hornbill -Country with the possibility of White-crested Hornbill (Tockus albocristatus), Red-billed Dwarf Hornbill (Tockus camurus), African Pied Hornbill (Tockus fasciatus), Piping Hornbill (Ceratogymna fistulator), Continue reading African Pied Hornbill in the dust bath in the Campo Maan National Park / Cameroon

Streuobstwiesen: eine Heimat für den Kleinspecht

KleinspechtEine Kinderstube unterm Blütendach finden Kleinspechte (Dryobates minor) in Mitteleuropa nur noch selten, denn Streuobstwiesen und andere, für die kleinen Spechte geeignete Lehensräume gibt es kaum noch. Die strukturreiche Landschaft des Vordertaunus bei Bad Soden macht da jedoch eine Ausnahme. Hier wohnen noch etliche Brutpaare in alten Baumhöhlen und zur Brutzeit bietet die Obstblüte eine plakative Kulisse für Vogelfotografen. Der Kleinspechte ist von den schwarz-weiß-roten Spechten Europas vielleicht der unbekannteste.

In der abwechslungsreichen mitteleuropäischen Kulturlandschaft hat der Kleinspecht viele Jahrhunderte in enger Nachbarschaft zum Menschen gelebt. Hier fand der ehemalige Bewohner von Auenwäldern optimale Lebensbedingungen. Doch in den letzten Jahrzehnten sind seine Bestände in Mitteleuropa zum Teil drastisch zusammengeschmolzen. In manchen Gebieten ist er zwar noch auf Verbreitungskarten zu finden, tatsächlich aber ist er vielerorts ausgestorben oder es gibt nur noch Restvorkommen. Schuld an seinem Verschwinden ist sicherlich vor allem die intensive Continue reading Streuobstwiesen: eine Heimat für den Kleinspecht

Images of birds for science & public; Western Palaearctic & the World