Fraser’s Sunbird füttert Junges im Tieflandregenwald im südlichen Kamerun

Der  Campo Maan National Park hat nicht nur den Buntkopf-Felshüpfer (Picathartes oreas) zu bieten, sondern auch noch eine Menge anderer Vögel, die man ansonsten vergeblich sucht.

Nachdem wir schon sehr erfolgreich mit dem scheuen Gelbwangentrogon (Apaloderma aequatoriale) waren, läßt uns im weiteren Verlauf des Tagesausflugs das Birding-Glück ein wenig im Stich. Die Hitze des Tages schlägt sich nun auch voll durch auf den schattigen Urwaldwege. Ein kleiner Trupp von Vögeln, der sich an Raupen gütlich tut, hat weiße Augenringe. Benjamin, der Depp, tippt auf ein Senegalbrillenvogel (Zosterops senegalensis). Na, also Gelb hatte der doch überhaupt nicht auf dem Bauch. Anfangs ratlos, landen wir bei der Artbestimmung bei einem Nektarvogel. Es könnte sich doch schließlich um den rein insektivoren Laubnektarvogel (Deleornis fraseri) handeln. So ist es auch. Schön ist der Laubnektarvogel dabei zu beobachten, wie er durch das Gewirr aus Zweigen und Blättern schlüpft. Fleißig holt der Laubnektarvogel ein Insekt – meist ein langgezogenes, großes Getier, das ich überschlägig nur als Stabschrecke, Mantis und/oder Heuschrecke bestimmen kann – aus allen möglichen Ritzen und Rinden. Die ganze Zeit hängt ein feines Rufen in der Luft, das sich zuerst nicht zuordnen läßt.

Dann endlich entdecke ich einen unscheinbaren, grauen Vogel mit einer ebenfalls markanten Gesichtsmaske. Sofort denke ich an ein Jungtier des Laubnektarvogels. Aber der Vogel, der die ganze Zeit am rufen ist, hat gar keinen langen, geraden und auch noch orange-gelben Schnabel. Der Schnabel ist im Gegenteil eher kurz, gerade und auch noch schwarz. Auch die Verteilung des weißlichen Augenrings sieht eher wie getupft aus. Ich denke schon an einen Gabunnektarvogel (Anthreptes gabonicus). Das würde zwar nur mit Ach und Krach mit der Habitatbeschreibung in der einschlägigen Literatur übereinstimmen. Aber einige Dinge passen schon sehr gut. Allein die Fotos in der African Bird Club Image Database passen nicht wirklich zu den Zeichnungen im „Field Guide to the Birds of Western Africa“ (Helm Field Guides) von Nik Borrow  und Ron Demey. Dann aber schieße ich definitiv Fotos, die ein adultes Exemplar des Laubnektarvogels und einen jungen Laubnektarvogel unter einem Cecropia-Schirm laut bettelnd zeigen. Eindeutig: die beiden gehören zusammen. Der adulte Laubnektarvogel läßt sich allerdings etwas Zeit während das Junge sich die Seele aus dem Hals schreit und dabei auch einige Male den Hals ganz fürchterlich verdreht. Das Junge ist mit dem intensiven Betteln erst am Ende als es endlich eine dicke Heuschrecke im Schnabel hat. Diese wird eine Weile genüßlich an der Schnabelspitze zur Schau getragen und dann verschlungen.

Die ausgiebige Foto-Session wird abgerundet von der Beobachtung einer Grünhylia (Hylia prasina), ist auf einem gebogenen Zweig in einem niedrigen Strauch – praktisch auf Augenhöhe – zu sehen und zu fotografieren ist.

Eine der Gründe für die 2-wöchige Tour nach Kamerun war, deutlich bessere Aufnahmen vom Buntkopf-Felshüpfer zu schießen. Der im englischen Grey-necked Rockfowl oder Red-headed Picathartes genannte, sehr ursprünglich aussehende Regenwaldbewohner war schon im April 2017 der Hauptgrund dem Campo Maan Nationalpark einen Besuch abzustatten.

Die Fahrt zum Campo Maan Nationalpark und auch zurück in die „Zivilisation“ war zwar langwierig aber doch letztendlich erfolgreich. Insgesamt kann man festhalten, daß die Ausbeute – auch im Vergleich zum geführten Trip im April 2017 – an sehr guten Bilder sich sehen lassen.

Bird-lens ist vor allem eine Website, die die wachsende Nachfrage nach top Aufnahmen der Vögel der Westpaläarktis befriedigen soll. Um die insgesamt wachsende Nachfrage nach Top- Aufnahmen seltener Vogelarten befriedigen zu können, hat Bird–Lens.com aber auch gezielt Reisen an entfernte Orte wie Afrika oder Südamerika unternommen. Dies alles um exzellente Fotos von Vögeln machen zu können. Die Ausbeute an Bildern nicht nur von seltenen westpaläarktischen Vögeln ist sehr gut. Das schöne Bild des Blogs ist nur ein erster Eindruck, was Sie in hinter dem Reiter “Picture-Shop” sehr bald finden können. Hinterlassen Sie doch einfach eine Nachricht, wenn bird-lens.com mit einem Bild dienen kann.

Ein Wendehals in Estland

WendehalsEin typischer Balzruf schallt aus einer dicht belaubten Baumkrone. Der Ruf besteht aus einer Serie von meist 8 bis 15 gedämpften, mitunter rau klingenden penetrant klingenden „wied_wied_wied“-Lauten. Zu sehen ist aber nichts. Selbst die Richtung aus der die Laute schallen, ist anfangs nicht klar. Im schwachen Morgenlicht sehe ich einen Vogel vorbei fliegen. Zuerst denke ich an eine Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) oder vielleicht einen kleinen weiblichen Würger wie einen Neuntöter (Lanius collurio). Plötzlich hüpft ein Wendehals (Jynx torquilla) auf der Suche nach einem neuen Ameisenhaufen über den schütter bewachsenen, sandigen Boden. Es bewegt sich recht ungeschickt auf den flachen Boden mit einem von Zeit zu Zeit angehobenen Schwanz. Mit ein paar Hammerschlägen seines Schnabels bricht der Wendehals dann auf mit Erfolg ein Ameisennest auf. Ameisen schwärmen aus, aber sie haben keine Chance. Der Wendehals kann bis zu 150 Ameisen im Hals halten.

Danach fliegt der Wendehals zu einer Eiche und umklammert mit seinen kräftigen Füßen die raue Rinde. Es sieht in Löchern in der Rinde nach Maden und Insekten Ausschau. Der Wendehals erkennt das feine Geräusch eines Käfers, der sich hinter der Rinde bewegt, und setzt schnell seine lange Zunge ein, um das Insekt zu fangen. Der scharfe, meißelförmige Schnabel des Vogels ermöglicht es, in Ameisenhaufen hinein zu fahren. Speziell angepasste Speicheldrüsen halten die Zunge klebrig, so dass sie Ameisen mit einem Schlag aufnehmen können. Die Zunge ist auch lang genug, um Beute unter Steinen und aus Spalten in rissiger Rinde zu extrahieren.

Der Wendehals sammelt oft unverdauliche Fragmente wie Continue reading Ein Wendehals in Estland

Der Elfennektarvogel saugt an Nektar

ElfennektarvogelEin Männchen vom Elfennektarvogel (Cinnyris pulchellus) balanciert emsig und ohne Fehltritt auf einem kahlen Stengel, der zu einigen, kleinen gelblichen Blüten mit roter Umrandung führen. Dort hat der Fotograf mal eine Chance den im englischen zutreffend als Beautiful Sunbird bezeichneten Vogel mal mit einigen scharfen Fotos aufzunehmen. Das Männchen vom Elfennektarvogel setzt den recht langen, leicht gebogenen schwarzen Schnabel an den Kelch der Blüte und saugt den Nektar eine kurze Weile. Dann ist der Elfennektarvogel auch schon wieder unterwegs zur nächsten Blüte.

Auf den Elfennektarvogel war ich aufmerksam geworden als ich beschloß die Motelanlage des Mole Motels im Mole National Park in Norden Ghanas etwas näher zu erkunden. An den einfachen Bungalows entlang lief ich bis zum Ende und entdecke dabei eine sehr vogelreiche Stelle. Ein Abwasserrohr tauchte mitten in dicht bewachsen Gestrüpp mit vielen Trampelpfaden an die Oberfläche und hatte einen kleinen Pool entstehen lassen. Man möchte nicht Continue reading Der Elfennektarvogel saugt an Nektar

Das Wattenmeer: Alpenstrandläufer im Streit

Im Mai letzten Jahres war ich eine Woche auf der Insel Norderney, im ostfriesischen Wattenmeergebiet. Die Küste und die Dünenlandschaft mit der dort heimischen Flora und Fauna sind für Fotografen immer ein lohnendes Ziel. Ich befand mich gerade am Strand. Ein Trupp durchziehender Alpenstrandläufer (Calidris alpina) landete nicht allzu weit von dem im feuchten Sand liegenden Fotografen. Plötzlich veranstalteten zu meiner Rechten einige Strandläufer einen erstaunlichen Lärm.

Zwei von ihnen waren in einen handfesten Streit verwickelt. Die Rivalen stellten sich aufrecht und machten sich damit deutlich größer als sie sonst scheinen. Dann sprangen sie abwechselnd hoch, riefen ihre eindringliche Rufe aus und attackierten sich bis das Wasser hoch aufspritzte. In der kurzen Zeit, die der Kampf anhielt, nutzte ich die Gelegenheit, die Szene festzuhalten als der unterlegene Rivale fluchtartig das “Feld” verlassen hatte und der Gewinner noch mit erhobenen Schwingen auf der Arena herum lief. Einige Sekunden später war alles wieder ruhig, als wäre nichts passiert. Es war einmal mehr so ein glücklicher und völlig überraschender Moment für einen Naturfotografen, für den es sich lohnt, ständig die Kamera bereitzuhalten und den Finger am Auslöser zu lassen.

Will man Vögel fotografieren, ist Mai die beste Zeit auf der Insel Norderney, denn das Brutgeschäft ist dann in vollem Gange. Unter anderen haben hier Flußseeschwalben (Sterna hirundo), Austernfischer (Haematopus ostralegus) und Großer Brachvögel (Numenius arquata) ihre Nistplätze. Jeden Morgen machte ich mich schon vor Sonnenaufgang auf zu einem bei Ebbe trocken fallenden Wattengebiet auf der Südseite der Insel. Hier lassen sich zahlreiche typische Brutvogelarten besonders gut beobachten, denn sie zeigen kaum Scheu vor Menschen. Ein Damm verhindert allerdings, dass man den Tieren zu nahe kommt. Eigentlich konzentrierte ich mich hauptsächlich auf die hemmfliegenden Flußseeschwalben, die mit Continue reading Das Wattenmeer: Alpenstrandläufer im Streit

White-crested Laughingthrush from a hide

WeißhaubenhäherlingA white-crested thrush-like bird on the ground hopps about throwing leaves. The bird is a White-crested Laughingthrush (Garrulax leucolophus) and is really throwing the leaves around in all directions . They were searching intensively for food. It was a family group of eight birds. They might remind you of other birds of the family as e.g. the Grey-crowned Babbler (Pomatostomus temporalis) from Australia. They also move around in groups of eight and bounce around among the vegetation. White-crested Laughingthrush is often found scratching for food in the leaf litter. The White-crested Laughingthrush is a member of the Leiothrichidae family. It is found in forest and scrub from the Himalayan from north and north-east India, south-east Tibet, Sumatra, Myanmar, Thailand, south-west China foothills to Indochina.

The White-crested Laughingthrush is easily recognizable by its distinctive broad whitish crest, black mask, whitish underparts, rufous-chestnut upperparts and rufous flanks and undertail-coverts. It is usually seen in flocks which produce song bursts of rapid chattering and repetitive double-note phrases. It is found in a wide range of habitats, including broadleaved evergreen, semi-evergreen and dry deciduous forest,   secondary growth and bamboo up to about 1,600 m asl.

The White-crested Laughingthrush has been absent from south Continue reading White-crested Laughingthrush from a hide

Wie unterscheidet man den Seggenrohrsänger vom Schilfrohrsänger im Gelände?

SeggenrohrsängerDer Seggenrohrsänger (Acrocephalus paludicola) und der Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus) sehen vordergründig gleich aus. Wer aber genau durch das Fernglas schaut und die Erkennungszeichen kennt, sieht die Unterschiede und kann die Art häufig schon richtig bestimmen. Typisch ist der Gesang der Vögel. Einen zusätzlichen Hinweis gibt der Standorttyp.

Zur Vermeidung einer Verwechslung des Seggenrohrsängers mit dem Schilfrohrsänger im Gelände sollte man einige Hinweise beachten:  So sollte man dem Standorttyp Aufmerksamkeit widmen, an dem der Vogel angetroffen wurde. Der Seggenrohrsänger findet sich auf feuchten Wiesen mit nur geringer Beimischung von Schilfrohr und nur jungen, kleinen Einzelweiden. Der Schilfrohrsänger bevorzugt Gebiete, die dicht mit Sträuchern (strauchartigen Weiden) bewachsen sind, hier und da mit Schilfrohr vermischt. Man sieht ihn am Rande der ausgedehnten Bestände des Schilfröhrichts wo der Seggenrohrsänger nur auf der Wanderung zu beobachten ist, also von Mitte April bis Mitte Mai und von Mitte Juli bis Mitte Oktober. Der Schilfrohrsänger kommt nicht auf Wiesen ohne Strauchbewuchs vor, auch nicht im weiten, „sauberen“ Schilfröhricht. Aber er bewohnt gern die Säume der nassen Gebiete und Wasserbecken, die mit Sträuchern und hohen Krautpflanzen (Schilfrohr, Gräser und Seggen) bewachsen sind. Wenn er ein Gebiet mit dem Seggenrohrsänger teilt, hält er sich meistens auf den Sträuchern und im höheren Gebüsch auf und singt dort. Er singt aber nicht mitten auf feuchten Wiesen. Da kann man den Seggenrohrsänger erlauschen.

Den Seggenrohrsänger aufzuspüren, ist nicht schwierig, wenn man weiß, wo man zu suchen hat. Aber es nimmt viel Zeit in Anspruch. Man muss insbesondere auf den vom Seggenrohrsänger Continue reading Wie unterscheidet man den Seggenrohrsänger vom Schilfrohrsänger im Gelände?

Gelbkopf-Felsenhüpfer: ein mystischer Vogel

Gelbkopf-FelshüpferIm März 2019 war ich mit Birdquest in Ghana, um gezielt nach dem Gelbkopf-Felsenhüpfer (Picathartes gymnocephalus) zu suchen. Früher waren Kolonien dieses von vielen Vogelenthusiasten gesuchten Vogels in der gesamten Regenwaldzone des westlichen Afrikas verzeichnet worden. Durch unaufhörliche Waldrodung wurden jedoch alle bekannten Populationen zerstört, und der Vogel wurde bereits vor einigen Jahrzehnten in Ghana als ausgestorben angesehen.

Wissenschaftler vermuteten jedoch, dass sie immer noch an schwer zugänglichen Stellen vorkämen, und bemühten sich, geeignet erscheinende Plätze im Landesinnern nach dem Gelbkopf-Felsenhüpfer ab zu suchen. Die Hoffnung wurde bestätigt, als mehrere einheimische Jäger auf entsprechenden Fragen antworteten, dass sie den Vogel kannten und behaupteten, dass sie noch existierten. Dann wurde vor einigen Jahren die Nachricht verbreitet, dass der Gelbkopf-Felsenhüpfer in Ghana in einem kommunalen Waldreservat wiederentdeckt worden sei. Forscher untersuchten die Umgebung und es wurden mehrere weitere Kolonien entdeckt. Einige dieser Kolonien wurden für den Tourismus geöffnet, nachdem Forscher festgestellt hatten, daß verantwortungsbewußte Vogelbeobachter von den Vögeln als nur wenig störend empfunden werden.

Aus diesem Grund reisten wir über einen halben Tag von der Küste bei Cape Coast in das abgelegene Dorf Bonkro in der südlichen zentralen Region Ghanas. Hier hatten einheimische Jäger, die über die Kolonie seit Generationen Bescheid wussten, die Vögel früher geradezu „geerntet“. Sie hatten nämlich die erwachsenen Vögel während der Brutzeit einfach aus ihren Nestern gepflückt. Jetzt, da die Kolonie für die Jagd gesperrt ist, ist die Population des Gelbkopf-Felsenhüpfer stark angewachsen und das Dorf profitiert enorm von den Eintritts- und den Führungsgebühren. Es wurde sogar eine Schule wird mit Mitteln des Naturschutzes gebaut. Wir kamen am Nachmittag an, und nachdem wir unseren örtlichen Dorfführer getroffen und es geschafft hatten, den freundlichen Continue reading Gelbkopf-Felsenhüpfer: ein mystischer Vogel

Rotmilane und ihre Beute

Rote Milane (Milvus milvus) und ihre Gewohnheiten sind durch ihre Beute und die Art des Beuteerwerbs bestimmt. Rote Milane sind vor allem auch Aasfresser, die auf ihren langgestreckten Flügeln im eleganten Flug die Landschaft auf der Suche nach Nahrung auf dem Boden erkunden. Sie haben nicht die Kraft oder Schnelligkeit anderer Greifvögel, wie dem Habicht (Accipiter gentilis), die in erster Linie mit ihrer Verfolgungsjagd für Beute sorgen. Obwohl sie in der Lage sind, kleine Lebewesen wie Mäuse und Wühlmäuse zu erbeuten, versuchen Rote Milane vor allem Aas als ihre Grundnahrungsmittelversorgung anzunehmen. Ziemlich oft zögern sie zu landen und schnappen den Nahrungsbrocken lieber vom Boden um ihn dann im Flug oder auf einem Baum in sicherer Höhe zu fressen. Wenn die Beute zu groß ist, um sie fort zu tragen, können sie auch auf dem Boden landen. Sie sind aber sehr vorsichtig und werden in der Regel warten, bis die Krähen (Corvus sp.) zuerst gefressen haben.

Wissenschaftlichen Untersuchungen haben gezeigt, dass Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) und Feldhasen (Lepus europaeus), wie man erwarten könnte, einen bedeutenden Teil ihrer Ernährung bilden. Wenn Aas nicht vorhanden ist, suchen sie nach anderen Nahrungsquellen. Landwirtschaftliche Bewirtschaftungsformen wie das Pflügen, die Mahd und die Ernte von verschiedenen Kulturen können eine bereite Spannbreite Continue reading Rotmilane und ihre Beute

Wiehengebirge und Teutoburger Wald

SchwarzspechtDer Schwarzspecht (Dryocopus martius) liebt Buchen. Deutschland ist ein Buchenland. Es gibt zahlreiche Waldtypen der Rotbuche (Fagus sylvatica) wie zum Beispiel Hainsimsen-Buchenwald, Perlgras-Buchenwald, etc. Früher – in ausgedehnten Urwäldern – war die Rotbuche die vorherrschende Baumart. Leider sind noch verbliebene Buchenwälder fast alle kulturell verändert oder forstlich genutzt. Oft fehlen Alt- und Totholzstrukturen. Über 200 Jahre alte Buchenbestände und Einzelbuchen sowie größere zusammenhängende Flächen sind sehr selten. Ausgedehnte Buchenwälder mit einsamen Waldpfaden, schattig kühle Tieflandbäche, die sich durch die Täler schlängeln, orchideenühersäte Kalk-Halbtrockenrasen, verwunschene Moore und leicht geschwungenen Hügel sind im Osnabrücker Land, dem Teutoburger Wald und dem Wiehengebirge zu finden.

Der Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald und Wiehengebirge ist nun über 50 Jahre alt. Er umfasst eine Fläche von 1.220 km² und hat den Kunstnamen „TERRA.vita“ angenommen. Er erstreckt sich auf den Höhenzügen weit nordwestlich von Osnabrück beginnend bis Bückeburg und Bielefeld

Verantwortlich für die Vielfalt der Lebensräume sind im Wesentlichen zwei Faktoren: die Grenzlage des Naturparks am Continue reading Wiehengebirge und Teutoburger Wald

Orchards: home for the Lesser Spotted Woodpecker

KleinspechtLesser Spotted Woodpeckers (Dryobates minor) only rarely find a breeding ground under the flower roof of apple trees in Central Europe anymore, because there are hardly any orchards or other suitable habitats for this small woodpeckers. However, the structurally rich landscape of the Vordertaunus near Bad Soden close to Frankfurt am Main is an exception. Here still a number of breeding pairs live in old tree caves and during the breeding season, the fruit blossom provides a striking backdrop for bird photographers. The little woodpecker is perhaps the least well-known of the black-white-red woodpeckers of Europe.

In the diversity of Central European cultural landscape, this small woodpecker has lived many centuries in close proximity to humans. Here the former inhabitant of alluvial forests found optimal conditions to live. But in recent decades, its holdings in Central Europe have partly melted drastically. In some areas it is still to be found on distribution maps, but in fact it is extinct in many places or there are only residual occurrences. The culprit of his disappearance is certainly the intensive agricultural use and the associated destruction of his habitat.

The woodpecker often shares its breeding grounds with the Little Owl (Athene noctua). Here, however, the flat Lower Rhine in North Continue reading Orchards: home for the Lesser Spotted Woodpecker

Der Wiedehopf, der Wiedehopf

Wiedehopf, europ.“huhuhuhu, huhuhu, huhuhu”. Kurz hintereinander ist der typische Ruf zu hören. Zwar in einiger Entfernung doch gut hörbar, waren es die Rufe des Wiedehopf (Upupa epops) die das erste Mal am 20. April hinter den Gebäuden der alten LPG zu hören waren.

Der Wiedehopf, der Wiedehopf, Der Wiedehopf, der Wiedehopf, der bringt der Braut nen Blumentopf/Wiederalala .. .. Jeder kennt die Zeilen aus dem Lied die Vogelhochzeit. Doch nur wenige haben den Wiedehopf schon mal zu Gesicht bekommen. Lange bekam auch ich den vor allem in Mitteleuropa bedrohten Vogel auch nicht vor die Linse. Nur in Südeuropa oder in Afrika – wo die Winterquartiere des Vogels liegen – ist der Wiedehopf noch häufig. Für aufwändige Fotoarbeiten fehlen dann aber häufig die Voraussetzungen und auch die Zeit. Nun konnte ich in den sandigen Heidegebieten Südbrandenburgs ein Schwerpunktvorkommen des Wiedehopfs ausmachen. Ich habe mehrfach am Stück bis zu 5 Stunden gut getarnt angesessen. Wichtig ist, nicht zu stören. Foto direkt an der Brutröhre sind daher tabu.

Die Balz des Wiedehopf ist durch wenig laute und trotzdem weit hörbare Rufreihen gekennzeichnet. Diese sind, mit etwas Übung schnell zu erkennen. Reagiert ein Weibchen auf die Balzrufe des Männchens, versucht er es mit Futterübergaben zu beeindrucken, auf die oft Verfolgungsflüge folgen. Dabei sind Wiedehopfe gut zu erkennen, da sie teils lange Flügel über offenes Gelände vornehmen und mit den kontrastreich schwarz-weiß gebänderte Flügeln auffallen. Der Wiedehopf scheint in Nähe seiner Bruthöhle Lieblingsansitze zu Continue reading Der Wiedehopf, der Wiedehopf

Frühjahrseinflug von Rotfussfalken

RotfußfalkeIn den vergangenen Tagen häufen sich in den einschlägigen Portalen der Vogelbeobachter der Schweiz und in Italien die Meldungen von Rotfußfalken (Falco vespertinus), wie eine Karte der Beobachtungen der letzten Woche eindrucksvoll zeigt. Die Frage war, ob sich ein Einflug auch bis nach Deutschland anbahnt, kann wohl inzwischen mit „Ja“ beantwortet werden. Über Ostern gab es im Süden Deutschlands bereits eine Reihe von Beobachtungen. Inzwischen gibt es jeden Tag mehr Meldungen, die nun auch u.a. aus Brandenburg stammen. So gab es heute und gestern bereits 4 Meldungen aus dem Umfeld des Spreewalds und  1 Meldung aus Potsdam. Bemerkenswert ist, daß übereinstimmend von sehr guten Beobachtungsbedingungen (u.a. in einer Distanz von ca. 50 Meter auf einer Stromleitung ruhend, dann Jagdflug mit häufigem Rütteln über gemähtem Wintergetreide oder eine Flugbeobachtung nur wenige Meter vom Betrachter entfernt) berichtet wird.

Eine Karte findet man unter ornitho.de.

Auch im Herbst werden immer wieder Rotfußfalken aus Deutschland gemeldet. Mindestens 3 Rotfußfalken waren so u.a. im Jahr 2015 aus dem Oderbruch gemeldet worden. Im Vergleich zum Herbst zeigen Rotfußfalken einen ausgeprägten Schleifenzug und Continue reading Frühjahrseinflug von Rotfussfalken

Images of birds for science & public; Western Palaearctic & the World