Neuntöter und aufgespießte Beute in Brandenburg

NeuntöterBei einer kleinen Wanderung um den Riebener See konnte eine aufgespießte Feldgrille entdeckt werden. Sie war offensichtlich gerade erst auf das lose Ende eines Wildschutzgitters um einen Apfelbaum aufgespießt worden. Der ggf. „Zuständige“ und Verantwortliche konnte wenig später gerade 100m weiter ebenfalls auf einem Haltpfosten für einen Kirschbaum beobachtet werden. Es handelte sich um einen männlichen Neuntöter (Lanius collurio), der stoisch auf dem Pfosten sitzen blieb. Die geduldige Näherung war sehr gut möglich. Auf kurze Distanz konnten Fotos geschossen werden bevor er aufflog. Er flog in Richtung seiner Beute, dreht leicht auf einen abgestorbenen Holunderstrauch; verschwand dann aber. Er kam leider nicht zurück, so daß wir den Ausgang der Geschichte der Phantasie überlassen müssen.

Bei der aufgespießten Beute handelt es sich wohl um die Feldgrille (Gryllus campestris). Dieses Insekt ist zwar als lautstarke Wiesenbewohnerin bekannt. Ihr unermüdliches Zirpen dominiert von den ersten warmen Frühlingstagen bis in den August hinein die sandige Brandenburger Landschaft. FeldgrilleDie Feldgrille zu sehen, ist aber viel schwieriger. So bleibt der „Zirper“ selbst dem Publikum meist verborgen. Die Continue reading Neuntöter und aufgespießte Beute in Brandenburg

Steinhuhn: Beobachtungen auf Pag/ Kroatien

SteinhuhnSterne funkeln von einem wolkenlosen Firmament. Es ist 3:25 – und damit eigentlich mehr als eine Stunde zu früh. Denn der Sonnenaufgang ist erst für 5:16 angekündigt. Das Steinhuhn (Alectoris graeca) fehlt aber noch in meiner persönlichen Liste der Vögel Mitteleuropas. Da kann man auch schon mal früh aufstehen. Wenig später ist im Osten schon ein Schein von Dämmerung zu erkennen. Es windet ein wenig – für morgens früh sogar ziemlich viel. Ob das das Steinhuhn vom Rufen abhält? Wie auch immer. Ich fahre erst mal aus dem Ort, halte und höre auch schon eindeutig Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus). Die Rufe kommen aus einem kleinen Wäldchen direkt gegenüber dem neu erbauten Supermarkt.

Ich bin zwar etwas müde, bei solchem Anfang geht es aber direkt viel besser. Dann fahre ich die Hauptstraße von Povljana nach Pag. Dabei passiere ich noch im Dunkeln den Malo Plato und die an Malo Blato angrenzenden Meeresbucht (Uvala Mlinica). Auch hier entdecke ich bzw. höre ich den Ziegenmelker; ebenfalls aus einem winzigen Kiefernwäldchen. Beim rund 80 ha großen Malo Blato („Kleiner Sumpf“) handelt es sich um ein brackisches Seggen-Binsen-Feuchtgebiet, in dem zahlreiche Paare der Montagu’s Harrier (Circus pygargus) brüten. Gestern hatten wir ja schon im Continue reading Steinhuhn: Beobachtungen auf Pag/ Kroatien

Grey-necked Picathartes in Campo-Ma’an National Park/ Cameroon

Buntkopf-FelshüpferNow the afternoon was for the Grey-necked Picathartes or Grey-necked Rockfowl (Picathartes oreas). We expected an arduous trip of hiking for hours through tropical heat in the National Park. Some people say, that the bird only appears after rain storms. If this would be true, we would be unlucky, as on our first day in the park’s interior, it did not rain. We had only one more day in the park – but rain seemed likely enough for the next days. I cannot confirm, that the particiapants of the trip showed sights of anxiety and gloom. But never you know. On trips prior to ours the bird had not been seen.

But already with the hike we were lucky. We had a short, pleasant and fairly easy hike with lots of good birds to at “cave” formed of several enormous boulders where the birds build mud nests on the sides of the rocks during the breeding season. We hoped that no rain was needed as our guides told us, that this species checks on its breeding site every afternoon or during dusk. We arrived early in the hope that the birds would appear in some natural light. Maybe earlier than normally to expect. One of the local guides tried to show as the nest a bit too much. We almost shouted through the forest to keep him from removing the nest. The Continue reading Grey-necked Picathartes in Campo-Ma’an National Park/ Cameroon

Blue-crowned Motmot in Pantanal

Blauscheitel-MotmotThe Blue-crowned Motmot (Momotus momota) is so common in the Pantanal,  that you hardly can miss it. Besides being one of the most colorful birds of the Pantanal, it is also one of the most spectacular birds of the Pantanal by the colorful and unique shape of the tail feathers. The bird is specialized in hunting insects and small vertebrates from a fixed landing.

The song is similar to that of an owl, most often emitted in the lightening and darkening, although it can be heard at any time of day and night. It starts with a short, severe, accelerated call (understood as udu or hard). When another Blue-crowned Motmot responds, they accelerate the singing and increase the number of “udus”.

Although it activates its calls all day, it is impressive how difficult it is seeing it in the shadows of the vegetation, despite the intense color of the body and head, besides the size of the tail. The bright green of the plumage is yellowish on the belly and chest. Around the red eyes, a large black mask is ending in two ends. Ripping the entire mask, the intense cobalt blue is lighter and more extensive on the Continue reading Blue-crowned Motmot in Pantanal

Der Bamendabülbül – ein Spezialist der Cameroon Highlands Ökoregion

BamendabülbülDer Ausflug zum Kratersee Lake Awing war bereits sehr ergiebig an diesem Morgen. Von einem Weg entlang eines Grats oberhalb des Sees konnte bereits ein junger Bamendalappenschnäpper (Platysteira laticincta) und ein Elternteil gesehen werden. Ein ganz dunkler Vogel mit einem gelben Augenrand ist der Schwarzbauchweber (Ploceus melanogaster). Still und unscheinbar schlüpft ein ganz grüner Vogel durch das Geäst. Ich hatte mich ein wenig von der Gruppe, die sich lautstark und mit vielen Fingerzeigen den dann und wann aus der Tiefe des am Kraterrand befindlichen Waldes emporsteigenden Vögeln widmet, abgesondert. Bei dem grün-gelben Vogel handelt es sich wohl um den sehr versteckt lebenden Einfarbbülbül (Andropadus montanus). Ich kann leider nur ein paar unscharfe Belegfotos machen.

Ein weiterer dunkelbrauner Vogel streift plötzlich durch das Geäst. Die Bäume stehen ja hier am Hang und reichen nicht so in die Höhe. Das ermöglicht sehr schöne Aufnahmen von Vögeln, die sich sonst eher im Kronendach – weitgehend unsichtbar vom Boden aus – herumtreiben. Diesmal ist der braune Vogel mit dem markanten Schnabel kein Bamendalappenschnäpper  oder Banded Wattle-eye. Dieser mittelgroße, relativ langgestreckte, schlicht aussehende Vogel ist ein Greenbul mit relativ langem und feinem Schnabel. Brauen, Kehle und die Teile der Gesichtsseiten sind hell-grau. Während der Schwanz eher braun erscheint, ist die vorherrschende Farbe der Schwingen und des Rückens oliv. Auffallend sind die bläulich-grauen Beine und Füsse. Dies ist der Continue reading Der Bamendabülbül – ein Spezialist der Cameroon Highlands Ökoregion

Vogelfotografie auf den Pribilof Inseln

RotschnabelalkInseln im windgepeitschten Meer der Beringsee. Wellenberge werden von weißem Schaum gekrönt. Die Luft ist bis zur Sättigungsgrenze mit salziger Feuchtigkeit getränkt. Meterhohe Wellen brechen gegen die schroffe, felsige Küste. Auf einmal brechen Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Sie verzaubern die wilde Landschaft mit warmen Farben und enthüllen den melancholischen Charme der offenen Tundra. Hier ist es ganz ruhig. Nur ab und zu erklingt der melancholische Fluggesang der Spornammer (Calcarius lapponicus) oder die hohen Triller der Beringstrandläufer  (Calidris ptilocnemis),  die hier in eigenen Unterart vorkomme. An den Klippen geht es dagegen ganz anders zu. Die Luft ist mit den stechenden, eindringlichen Schreien einer ungezählten Vielzahl von Seevögeln erfüllt. Vielköpfige Brutkolonien vor allem von Alken trotzen Kälte, Wind und Wasser

Wie bereits in einem Blog über die Pribilof-Inseln hat Brutvogel-Hotspot beschrieben, ist der Besucher zunächst einfach nur überwältigt, wenn er auf den Klippen hoch über dem Meer steht und die wild Landschaft am Ende der Welt, geprägt von Moos, Nässe und Felsen in sich einsaugt. Unten, am Fuß der Klippen, brechen die Wellen in der Brandung des Pazifiks an den Fels. Darüber haben die Seevögel ihre Kindergärten – manchmal in den rauesten und gefährlichsten Abschnitten der Klippen – angelegt.

Baumfreie, Tundra-bedeckte Hügel prägen das Landschaftsbild der Pribilofs. Dafür beherbergen sie die größte Seevogelkolonie der nördlichen Hemisphäre mit 98 Prozent der Weltpopulation der Klippenmöwe (Rissa brevirostris). Außerdem findet sich hier Continue reading Vogelfotografie auf den Pribilof Inseln

Dull-capped Attila in Pantanal

RostattilaThe Dull-capped Attila (Attila bolivianus) has rufous-brown upperparts and tail and it has a gray-brown crown. The underparts and  the rump are rufous as well. Remarkable is the white iris. Also known as the White-eyed Attila, the Dull-capped Attila is principally an uncommon inhabitant of seasonally flooded forests, including on river islands, as well as gallery woodland in the Brazilian Pantanal, where it feeds alone or in pairs, and sometimes joins mixed-species foraging flocks. Nonetheless, the species is probably most frequently detected by virtue of its loud whistled song. Mainly rufous-brown, the White-eyed Attila is most easily identified by the pale yellowish-white iris. The bird forages in the canopy and subcanopy of varzea forest and old second growth. It is similar to the Cinnamon Attila but is distinguished by a gray-brown crown and – as said already – the white iris.

The Dull-capped Attila is uncommon and widespread also in Amazonia where it is known to range on the south side of the Amazon and lower Marañon River.

The location of the photo-shot was taken on the farm Pouso Alegre. This is a pousada which is very well situated 7 km away from the Transpantaneira. The location is only 33 km south of Pocone in the northern Pantanal. The whole pousada is a great Continue reading Dull-capped Attila in Pantanal

Neumann’s Starling flight along cliffs in Bamenda/ Cameroon

RotflügelstarHaving birded the Bamenda highlands until midday, we expected an impressive rainstorm, over the buzzling town of Bamenda while admiring several Neumann’s Starling (Onychognathus neumanni)  obviously feeding on the cliffs just below the plateau of the upper parts of the suburbs. Neumann’s Starling are said to be observed from some rocks in the a semi-suburban/ agricultural area above the city.

We visited a (very) little farm which offers a breathtaking view over the steep cracks – probably of clay – which make up the edges of the urban basin of Bamenda. After two short incoming flights, the last flight of a male Neumann’s Starling was shot with this photo.

Other excellent birds were breeding White-crowned Cliff-Chat (Thamnolaea coronata), which were found in the immediate vicinity Continue reading Neumann’s Starling flight along cliffs in Bamenda/ Cameroon

Birdphotographie in the Picos De Europa

While the southern landscapes in Spain – like the Estremadura – are among the most popular photo destinations on the Iberian Peninsula, the mountains in the north, like the Picos De Europa, are largely unknown to many bird photographers.

On my travels to Spain mountainous birds of the Hochgebirge had been too short. They were at the center of a birding trip this time. The target species were: bearded vulture Yellow-billed Chough (Pyrrhocorax graculus), (Lammergeier (Gypaetus barbatus), Ring Ouzel (Turdus torquatus), Alpine Accentor (Prunella collaris) and Citril Finch (Serinus citrinella).

During a break at one of the numerous clear streams I hear a wonderful melodic bird song. I quickly set up my mobile camouflage tent. This is a converted camping landruiser. I slowly approach the song. Suddenly a yellowish-green bird flies back and forth Continue reading Birdphotographie in the Picos De Europa

Klippenmöwen auf den Pribilofs

KlippenmöweLausiges Wetter. Grauverhangen ist der Himmel; eine salzgeschwängerte Luftfeuchtigkeit kriecht durch die Thermo-Kleidung. Nebel liegt über dem Meer. Ein schmaler Weg führt zu den Klippen – den sogenannten Bluffs – am südlichen Rand der Insel St. Paul, der größten Insel der Pribilofs. Drumherum ist nichts als die Beringsee.

Schemenhaft zeichnet sich ein weißer Vogel vor dem Grau des Himmels ab. Leise und scheinbar mühelos passiert er die Kolonien von Seevögeln an den Klippen in gemächlicher Geschwindigkeit. Eindeutig eine Dreizehenmöwe (Rissa sp.). Aber einige der aus der westlichen Paläarktis bekannten Merkmale passen nicht mit der auch von Helgoland bekannten Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) überein. Der Schnabel wirkt kürzer und nicht so elegant-lang. Die Unterhanddecken wirken schmutzig grau und nicht weiß. Als der Vogel beim Herabgleiten seine Beine aus dem weißen Körper herausfährt, leuchtet dem Beobachter ein knalliges Rot entgegen. Kein Zweifel, das ist die rätselhafte Klippenmöwe (Rissa brevirostris).

Das rotbeinige Klippenmöwe (Rissa brevirostris) ist eng mit Continue reading Klippenmöwen auf den Pribilofs

Zwergalken auf St. Paul/ Pribilof Inseln

ZwergalkLangsam sinkt das Flugzeug der PenAir den dunkelgrauen, von weißen Schaumbändern gekrönten Wellen entgegen. Mit Erreichen der Küste ändert sich das Dunkelgrau in ein von vereinzelten Schneeresten kontrastiertes Lava- schwarz. Darüber hängt eine kräftige, regenschwere Wolkendecke. Sie läßt für die nächsten Tage nichts Gutes erhoffen, das kann aber auch täuschen. In der Abfertigungshalle des Flughafens St. Paul Airport erwartet uns bereits unser lokaler Guide.

Auf einmal brechen Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Die Sonnenstrahlen verzaubern die wilde Landschaft mit warmen Farben und entlocken der offenen Tundra ihren eigenen Reiz. Die Luft ist mit den eindringlichen Rufen und Schreien einer ungezählten Vielzahl von Seevögeln erfüllt. Hohe Klippen und baumfreie Hügel prägen das Landschaftsbild der Pribilofs. Dazu beherbergen sie die größte Seevogelkolonie der nördlichen Hemisphäre mit Zwergalken (Aethia pusilla). Nicht weit von der kleinen Ortschaft St. Paul mit seinem Hafen, der als Village Cove bekannt ist, erstreckt sich in südlicher Richtung gen Reef Point eine Zwergalkenkolonie zu Hause. Zwergalken oder – wie Einheimische sie nennen – Chuuchkies fliegen laut rufend vor allem in den Morgenstunden oder spät abends

Außerdem findet sich hier auf St. Paul einer der stärksten Brutkolonie des Rotschnabelalks (Cyclorrhynchus psittacula) und des Continue reading Zwergalken auf St. Paul/ Pribilof Inseln

Fotografie auf den Neuntöter

NeuntöterMitte  Mai ist am Grenzgebüsch zwischen zwei Wiesenflächen im Seeluch der hoch aus der Hecke ragende Holunderzweig (Sambucus nigra) wieder besetzt. Seit Jahren findet sich in dieser Hecke inmitten einer Feuchtwiesenlandschaft der Neuntöter (Lanius collurio) zur Brutsaison ein. In der Norddeutschen Tiefebene ist der Neuntöter noch verbreitet, jedoch ist die Bestandsdichte nirgends sehr hoch, so daß er in Deutschland als stark bedrohte Art gilt.

Heckenlandschaften mit Holunder, Weißdorn, Schlehe und Brombeere, sind der bevorzugte Lebensraum des Neuntöters. Der kleine Beutegreifer zeigt in seinem Verhaltensspektrum erstaunliche Anpassungen an die ökologische Nische „Hecke”. So wird auch das napfförmige Nest im Schutze eines Dornenbusches gut verborgen in ein bis drei Meter Höhe Continue reading Fotografie auf den Neuntöter

Images of birds for science & public; Western Palaearctic & the World