Grauschnäpper: hungriges Junges läßt sich füttern

GrauschnäpperDie Brutzeit ist vorbei. Nun sammeln sich die Eltern mit ihren Jungen, um diese in das Geheimnis des Nahrungserwerbs einzuweihen. So jagt wohl ein ganzer Familienverband von Grauschnäppern (Muscicapa striata) immer wieder aus einem Eichenhain aus Stieleichen (Quercus robur) hinaus auf eine Pferdeweide. Besonders die Drähte der Weide wurden gerne als Warte genommen. Von den Jungen als Ruheplatz, von den Eltern als Beuteübergabeplatz. Die wohl noch nicht lange flügge gewordenen Jungen der Grauschnäpper lassen sich weniger durch die Streifen – die der lateinische Artzusatz „striata“ nahelegt – als vielmehr durch die hellen Tupfer auf dem ansonsten grauen Gefieder schon aus einiger Entfernung gut auszumachen. Die adulten Grauschnäpper fliegen immer wieder die Ruhewarten der Jungen an, um sie mit Nahrung zu versorgen. Bei einem fast 2-stündigen Shooting kann ich u.a. kleine Laufkäfer, Aaskäfer, Spinnen und Schnaken als Nahrung erkennen. In der Realität erfolgt die Beuteübergabe mit einer ziemlichen Geschwindigkeit. Außerdem stellt sich das Junge meist gierig und flügelschlagend vor den Elter, der dann auch prompt die Nahrung herauszurücken hat. Erst in der Momentaufnahme der Fotos erkennt man Einzelheiten – und dann auch die Art der übergebenen Nahrung. Nach der Nahrungsübergabe balancieren Jung und Alt noch eine Weile parallel zueinander auf dem Draht bevor es dann zum nächsten Jagdflug wieder losgeht. Die Jungen sind vielleicht nur faul – oder verwöhnt. Jedenfalls wechseln sie ihre Warte auch von Zeit zu Zeit und scheinen das Fliegen schon vollumfänglich gelernt zu haben. Auch die Pfosten der Weide werden als Sitzwarten gern gesehen.

Im Sommer machen sich die Vögel rar. Sie singen fast gar nicht mehr und einige Altvögel mausern nun in ihr Winterkleid. Die Jungen haben ebenfalls keinen Anlaß sich übermäßig zu exponieren. Trotzdem lohnt es sich auch im Sommer die Vielfalt der gefiederten Continue reading Grauschnäpper: hungriges Junges läßt sich füttern

Karmingimpel im Murnauer Moos

KarmingimpelAusgangspunkt unserer Wanderung ist der Parkplatz bei der Gaststätte “Ähndl“. Heute steht eine Rundwanderung im Murnauer Moos auf dem Programm. An einem kleinen Schilfstreifen sind bald aufgeregte, schwätzende, kräftige Laute zu hören. Da die Rufe sehr schnell vorgetragen werden und sie sich nicht wirklich entscheiden können, ob sie zu einem Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) oder einem Gelbspötter (Hippolais icterina) gehören sollen, wird schnell klar, dass hier ein Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris) ganz ausgezeichnet andere Vögel imitiert. Im Gebüsch sind unzählige Gartengrasmücken (Sylvia borin) zu hören und gelegentlich auch zu sehen. Tatsächlich ist praktisch auf jedem Baum und jedem Busch mindestens eine Grasmücke zu sehen oder zu hören. Auch Fitisse (Phylloscopus trochilus) sind in kopfstarker Zahl in den Weichhölzern entlang des Schilfs unterwegs. Während wir von weiter weg auch den scharfen, weit tönenden Gesang eines Braunkehlchens (Saxicola rubetra) lauschen, hören wir plötzlich den markanten Ruf des Gimpels. Ein wunderschönes Männchen des Karmingimpels (Carpodacus erythrinus) ist schon nach kurzer Zeit auf einem niedrigen Schwarz-Erlenstrauch (Alnus glutinosa) zu sehen.

In der Ferne sind immer wieder Braunkehlchen zu sehen, die im Prachtkleid auf einzelnen Halmen ihren Gesang vorgetragen haben.  Neben den Braunkehlchen sind auf den Rohrhalmen die Männchen der Rohrammer (Emberiza schoeniclus) zu sehen und zu hören.

Die gelben Unterseiten der Schafstelze (Motacilla flava) sind immer wieder schön zu sehen, wenn sie im bogenförmigen Flug über die Continue reading Karmingimpel im Murnauer Moos

Vögel im El Bofedal de Parinacota im Lauca Nationalpark

Kurzschnabel-FlamingoParque Nacional Lauca heißt der Park im spanischen. Eine Entdeckungsreise kann in der Küstenstadt Arica beginnen. Hier folgt man der Straße nach Bolivien durch das Valle de Lluta. Die Reise beginnt in Meereshöhe und erreicht nach einem steilen und spektakulären Anstieg auf 3.500 m das Dorf Putre. Putre ist ein typisches Andendörfchen, mit prähispanischem Charakter. Die Bewohner leben von der im Terrassenanbau betriebenen Landwirtschaft. Putre ist der ideale Ort, um die Nacht zu verbringen und sich damit schonend an die extreme Höhe und den reduzierten Sauerstoffgehalt zu gewöhnen. Von Putre aus sind es noch gut 100 Kilometer bis zum Lauca Nationalpark. Die kurvige Carretera Internacional CH 11 fühlt durch wunderschöne, scheinbar endlose Steppen, vorbei an verschneiten Vulkanen und Sumpfgebieten. Man passiert das malerische Dorf Parinacota, das für seine Kirche aus dem 17 Jahrhundert bekannt ist. Im Umfeld weiden Alpakas der Aymara-Indianer. Ganz in der Nähe ist ein Feuchtgebiet zu finden. Es ist das „El Bofedal de Parinacota“. Das Feuchtgebiet liegt in direkter Nachbarschaft zum malerischen Dorf. Hier trifft man zahlreiche Vogelarten an, wie zum Beispiel die Schopf-Ente (Anas specularioides), die Andengans (Chloephaga melanoptera), die Andenmöwe (Larus serranus), den Lerchentyrann (Muscisaxicola maculirostris) und natürlich die Flamingos. Unter ihnen Continue reading Vögel im El Bofedal de Parinacota im Lauca Nationalpark

Anhingas in Florida

Amerikanischer SchlangenhalsvogelThe ditch along the visitor’s trail is teeming with fish. Suddenly a sharp, dart-like beak emerges out of the water right in front of us. It is followed by a long piece of neck. Like a snake, Anhingas – the snakebird – (Anhinga anhinga) glides silently through the water. Its water-permeable plumage reduces the buoyancy that occurs during diving and suppresses any rippling. For a while we see the slender bird body still sliding underneath us through the fairly clear water. Now it’s time to take care. Far more spectacular than Cormorants (Phalacrocorax carbo) they fish under water. Anhingas use their pointed beak like a harpoon. The long neck, which is bent back in an S-shape before being impacted works like a taut feather and allows lightning-fast fishing under water. The Anhinga Trail in Florida’s Everglades offers ideal conditions to observe these black fish hunters. They harpoon the fish by piercing it with their closed beak. Continue reading Anhingas in Florida

Graukehl-Höhenläufer (Thinocorus orbignyianus) am Salar del Surire im Lauca Nationalpark

Graukehl-HöhenläuferDie Salar de Surire befindet sich im Lauca Nationalpark und bietet eine erstaunliche Flora und Fauna. Auf einer Fläche von fast 15.000 Hektar kann man bei einem Besuch der Lagune vor allem alle 3 in Chile vorkommenden Flamingos sehen. Das Klima ist extrem. Die Durchschnittstemperatur beträgt zwar zivilisierte 12ºC. Aber während es während des Tages bis zu 20ºC warm werden kann, sind es während der Nacht Temperaturen von 3ºC bis zu – 25ºC. Niederschläge fallen wenige, im Winter in Form von Schnee.

Ich suche auch hier nach dem Punaregenpfeifer (Charadrius alticola). Der Puna-Regenpfeifer kommt in  Feuchtgebiete auf einer Höhe von 3.000 – 4.500 m NN vor. Er bevorzugt saline Seen (permanente Salzseen), Brackwasser oder alkalische Sümpfe. Ich finde ihn aber leider nicht. Dafür ist der Graukehl-Höhenläufer (Thinocorus orbignyianus) um die Seenkante erstaunlich häufig. Der Kordillerenläufer (Attagis gayi) war dagegen in den vorgelagerten, schütter bewachsenen Berghängen zu finden. Gut und recht häufig zu finden ist dagegen der Braunmantelämmerling (Phrygilus dorsalis). Eine echte Überraschung so weit hier oben – und so weit von seinen erwarteten Zugrouten entlang der pazifischen Küste entfernt, Continue reading Graukehl-Höhenläufer (Thinocorus orbignyianus) am Salar del Surire im Lauca Nationalpark

Feldmerkmale des Buschrohrsängers

BuschrohrsängerEine mitteleuropäische Entdeckung eines Buschrohrsängers (Acrocephalus dumetorum) im Feld erfolgt erstaunlich selten – wenn man sieht, wie nah die westliche Verbreitungsgrenze dieser Art ist. Über die Beobachtung eines Buschrohrsängers im Matsalu National Park in Estland hatte bird-lens.com ja bereits berichtet. Es wird wohl an der Ähnlichkeit mit den beiden heimischen Rohrsängerarten, Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) und Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris) liegen. So sind Meldungen wie die in ornitho.de vom 1. Oktober 2017 („..Bestimmung nachträglich anhand von Bildern. Bei Nachsuche am 22.10. von mir nicht mehr wiedergefunden.“) auch nicht verwunderlich.

Hinzu kommt, daß der Vogel nicht so eindeutig singt, auch ein guter Imitator ist, daß man auf Anhieb an einen Buschrohrsänger. Die Meldung in ornitho.de vom Donnerstag, 22. Juni 2017 ist da symptomatisch. Ein Buschrohrsänger in Bielefeld sang mehrmals kurz, Teile erinnern an Sumpfrohrsänger, Teile an Gelbspötter. Man grenzte die Artbestimmung dann über den Lebensraum (Hecken/Bäume in einem bebauten Gebiet) ein. Man hat also nicht nur die Rohrsänger, vor allem den Sumpfrohrsänger, sondern auch noch Gelbspötter (Hippolais icterina) oder sogar Orpheusspötter (Hippolais polyglotta) auseinander zu halten. Erstaunlich – oder auch nicht – hoch ist der Prozentsatz an Fängen, so u.a. im Fanggarten Continue reading Feldmerkmale des Buschrohrsängers

Whimbrel in Ponta Delgada Port on São Miguel

RegenbrachvogelPonta Delgada Port on São Miguel, the biggest island of the Azores, is a busy place. This is true also in terms of foreign tourists and local visitors. Beautiful is the view from the pier from one of the sidewalk cafes. On first sight, it is a surprise that a wader comes very close even to busy tourist infrastructure. But the Whimbrel (Numenius phaeopus) is searching for food on the rocks of the wavebreakers. The Whimbrel is a regular migrating bird on the Azores, which can be observed on all the islands of the Azores at any time of the year. The Whimbrel is one of the largest waders that occur in the archipelago. Something smaller than the Eurasian Curlew (Numenius arquata), the bird has shorter legs, as well as a shorter, less decurved bill. Anyway the bill recedes still visibly down. The general tone of the plumage is brown, the belly is whitish. The most obvious character is it well-marked eyebrow (by comparison with the Eurasian Curlew, a bird with Continue reading Whimbrel in Ponta Delgada Port on São Miguel

Geier über Jodhpur/ Rajasthan

HausrotschwanzDie Meherangarh-Festung erhebt sich hoch über die Stadt im Westen Rajasthans inmitten der Wüste Thar. Das im 15. Jahrhundert gebaute Festung Meherangarh steht mit ihren bis zu 32 Meter hohen Mauern auf einem über 120 Meter hohen Felsen mächtig und drohend über der Stadt. Sie ist aber trotzdem von einer einzigartigen Schönheit. Gerne treiben sich Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros) gerne auf den dicken Festungsmauern herum. Indiengeier (Gyps indicus) – früher auch Dünnschnabelgeier genannt – ruhen auf den Festungsmauern und steigen am späten Vormittag in die Luft. Ab 10 Uhr ist die Festung zugänglich und ermöglicht eine ungewöhnliche Ansicht dieser großen Greifvögel über der Stadt. Oft fliegen sie so dicht an einem vorbei, dass man den Wind durch ihre Federn rauschen hört. Das sind wirklich exzellente Möglichkeiten zum Fotografieren.

Der Mandore Tempel-Komplex, kaum 9 km vom Zentrum Jodhpurs entfernt, bietet eine weitere Gelegenheit, Tiere in der Nähe menschlicher Siedlungen zu fotografieren. Bengalische Hanuman-Langur (Semnopithecus entellus) leben in der Nähe dieses Tempels und sind an Menschen gewöhnt. Man kann sehr schöne Aufnahmen dieser Primaten machen. Nicht jeder Hanuman-Langur toleriert jedoch die Annäherung. Als erfahrener Tierfotograf sollte man auf die geringsten Anzeichen von Unbehagen achten, wenn man scheue Individuen fotografiert. Wenn man ihnen den nötigen Respekt entgegenbringt, gibt es keinen Grund zur Nervosität. Als Fotograf sollte man sich auf alle Fälle zurückziehen, wenn Konflikte zwischen den hier bestehenden Gruppen oder Familienverbänden auftreten. Bei den Kämpfen kann es hoch hergehen und die Tiere sind dann oft sehr impulsiv.

Die Wüste Thar ist die am dichtesten besiedelte Wüste der Welt. 25 Einwohner/ km². Das unterscheidet sie von anderen Wüsten der Welt. Ein Ergebnis der relativ hohen Bevölkerung ist, dass man Continue reading Geier über Jodhpur/ Rajasthan

Irrgäste auf Bird Island/ Seychellen

KurzzehenlercheMit ohrenbetäubenden Schreien segeln Rußseeschwalben (Sterna fuscota) Tag und Nacht über der Lichtung des Palmenwaldes. Nicht nur für die Massen an Rußseeschwalben oder die Sichtung der wunderschönen Reiherläufer (Dromas ardeola) machten den Trip auf die Seychellen zu einem großen Erfolg.

Es war für die  Beobachtung der Zugvögel – und damit für die „selteneren“ Arten der Inselkette – genau die richtige Zeit; vor allem auf Bird Island. So waren neben den Vagrants ja vor allem die vielen Limikolenarten gut vertreten. Zu den Vagrants bzw. den westpaläarktischen Migranten schrieb ich Adrian Skerrett vom lokalen, den Seychelles Bird Records Committee. Er ist begeistert von meinen Meldungen und schreibt auf der Seite des Seychelles Bird Records Committee, daß ich bei meinem Besuch auf den Seychellen Ende Oktober bis Anfang November einen Einfall von Seltenheiten auf Bird Island zu berichten gehabt hätte. Zu nennen sei die Kurzzehenlerche (Calandrella brachydactyla) (4 SBRC record), Orientbrachschwalbe (Glareola maldivarum) (16 bisherige Rekorde von SBRC akzeptiert), Pirol (Oriolus oriolus), (19 SBRC records), Uferschwalbe (Riparia riparia), (25 SBRC records – was mich ehrlich bei diesem Weitstreckerzieher doch verwundert), Grauschnäpper (Muscicapa striata), (35 SBRC records) und die Rauchschwalbe (Hirundo rustica) – eine jährlich durchziehender Vogel in geringen Stückzahlen). Schade, dass ich eine eigentlich zu erwartende endemische Art wie den Seychelles Kestrel nicht auf Mahe angetroffen haben. Meine Life List konnte ich immerhin um 22 weitere Vogelarten (neben den Endemiten eben auch Keilschwanz-Sturmtaucher (Puffinus pacificus), Audubonsturmtaucher (Puffinus lherminieri),  Rotschwanz-Tropikvogel (Phaethon rubricauda), Continue reading Irrgäste auf Bird Island/ Seychellen

Weissrückenspecht im Murnauer Moos

WeissrückenspechtHeute steht eine Wanderung zum  Galthüttenfilz im westlichen Murnauer Moos an. Ich starte vom Parkplatz in Grafenaschau und laufe erstmal nur nach Osten.

Der Weg führt an Schlenken im Unteren Galthüttenfilz oder auch Hohenboigenmoos vorbei. Vom ehemaligen Hohenboigensee, der in der Karten noch mit einer Länge von 200 m verzeichnet ist, kündet heute nur noch ein kleiner Tümpel. Der See verschwand nach der in den 30er Jahren erfolgten Verlegung und Kanalisierung des Lindenbaches. Ansonsten sind hier im Westteil des Hohenboigenmooses nur Spirken und Latschen zu sehen. Nicht weit grüßt der Bergrücken des Wiesmahdköchel.

Von einem Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos) – oder überhaupt von Spechten – ist aber weit und breit nichts zu sehen. Es ist auch nicht die richtige Jahreszeit. Die beste Zeit ist der April. Dann trommeln sie intensiv und markieren ihr Revier.

Plötzlich höre ich ein länger anhaltendes Trommeln. Eindeutig ein Specht. Und wohl zu lang, um zu einem Buntspecht (Dendrocopos major) zu gehören. Es könnte natürlich noch ein trommelnder Grauspecht (Picus canus) sein.

Eine wissenschaftliche Untersuchung u.a. zur Totholzausstattung Continue reading Weissrückenspecht im Murnauer Moos

Junge Zwergdommel an Linumer Teichen

ZwergdommelNach vermehrten Sichtungen an den Vortagen (bis > 7 Ex.) konnte eine junge Zwergdommel (Ixobrychus minutus) an den Linumer Teichen aus der südlichen Hütte heraus gesichtet werden. Schön waren die Reste des Flaumes auf dem Kopf zu sehen. Das juvenile Exemplar stand ganz nah an der Hütte. Regungslos sichernd stand sie zwischen abgeschnittenen, kurzen Schilfhalmen im unmittelbar seicht überschwemmten Uferbereich. Zwergdommeln sind klein. Doch so, wie sie am Uferrand zwischen den hoch aufstrebenden Wasserröhricht stand, erschien sie doch geradezu winzig. Die Zwergdommel stand bei einem Kurzbesuch in einer der 2 Hütten in dem für Besuchern offenen Bereich des ausgedehnten Teichgebiets direkt am Schilfrand. Sie sicherte, eher neugierig als furchtsam, verschwand dann und kam nach einer Weile erneut heraus. Das Bild des Blogs zeigt, wie sie den Kopf hob und damit nicht mehr komplett bzw. teilweise von störenden Schilfstengeln verdeckt war. Nach wenigen Minuten dreht sie sich um und verschwand im dichten Schilf ohne danach für gut 1 Stunden noch einmal gesehen zu werden. Nur eine Ringelnatter (Natrix natrix) machte den Schilfbereich vor der Beobachtungshütte unsicher. Weitere Vögel konnten in dem vor kurzem geschnittenen, gut überstauten Uferbereich nicht gesichtet werden.

Die Linumer Teiche bei Fehrbellin scheinen in diesem Jahr ein sehr gutes Rast- wenn nicht sogar (worauf die junge Zwergdommel deuten könnte) Brutgebiet zu sein. So wurden u.a. am Samstag, 15. September 2018 mindestens 7 Zwergdommeln schon bei einbrechender Dämmerung kurz vor 20:00 durch Flugrufe verhört. Continue reading Junge Zwergdommel an Linumer Teichen

Odinshühnchen: Migration in der West-Paläarktis

OdinshühnchenOdinshühnchen (Phalaropus lobatus) sind vor allem als farbenfrohe Brutvögel der arktischen Tundren Eurasiens und Nordamerikas bekannt. Die farbenprächtigeren Weibchen werben mit auffälligen Balzflügen um die Männchen, die später dann alleine die Jungvögel führen. Im Anschluß an das Brutgeschäft sind Odinshühnchen ausgesprochene Zugvögel. Sie haben dann ihr schlichtes schwarz-weißes Schlichtkleid angelegt. In kleiner Zahl ziehen Odinshühnchen alljährlich in Deutschland durch. Über die Zugwege und die Überwinterungsgebiete einzelner Populationen ist allerdings noch relativ wenig bekannt. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wusste man, dass ein Großteil der europäischen Odinshühnchen offenbar auf dem offenen Meer – also pelagisch – überwintert. Die Winterquartiere liegen in den tropischen Meeren. Bekannt sind namhafte Überwinterungsgebiete vor der Westküste Südamerikas, im Südwest-Pazifik und im Nordwesten des Indischen Ozeans. Ein bekanntes Gebiet liegt im Arabischen Meer.

So wurde auch dieses Blog-Foto aus einer ganzen Reihe von Aufnahmen vor Khor Kalba auf einem Bootstrip von den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgenommen.

Erst recht spät stellte man fest, dass auch auf dem Atlantik vor der Küste Westafrikas Odinshühnchen den Winter verbringen. Woher Continue reading Odinshühnchen: Migration in der West-Paläarktis

Images of birds for science & public; Western Palaearctic & the World