Schutzprojekt für den Papageitaucher

PapageitaucherDer Papageitaucher (Fratercula arctica) ist für viele Vogelfreunde der Inbegriff des koloniebrütenden Seevogels. Und richtig. In den großen Seevogelklippen des Nordens sieht man Papageitaucher oft in mehr oder weniger großen Gruppen auf Felsvorsprüngen stehen. Widmet man sich diesem Vogel eine Weile, sieht man, wie ein Papageitaucher nach dem anderen in hummelartigem Schwirrflug angeflogen kommt und sich dann gerne zu seinen Artgenossen gesellt.

Diese bei den Touristen besonders beliebte, recht kleine Vogelart behauptet sich in einer dichtgedrängten Vogelwand dadurch, daß Papageitaucher in selbstgegrabenen Wohnhöhlen siedelnd. Diese befindet sich meist 1 bis 4 Meter unter der Oberfläche. Unter Tage ziehen Papageitaucher ihren Nachwuchs auf. Mit Füßen und Schnabel wird eine komfortable Wohnung geschaffen, die sicher vor Angriffen größerer Vögel ist. Wie bei den anderen Alken (z.B. den Lummen) hat sich auch beim Papageitaucher aus der Kombination aus Nistplatzsicherheit und Feinddruck eine spezielle Anpassung entwickelt, die der Art eine Überlebenschance sichert.

Obwohl in vielen Kolonien noch recht häufig, ist es bekannt, dass einige britische Papageitaucher-Populationen schon deutliche Rückgänge erlitten haben. Das gleiche gilt für die Populationen Continue reading Schutzprojekt für den Papageitaucher

Gebirgsstelzen: Fotografie-Tipps

GebirgsstelzeEin leise dahin plätschernder Bach oder Fluß. Ein rhythmischer Ruf und schon ist der langschwänzige Vogel vorbei geflogen. Der flotte Flieger war eine Gebirgsstelze (Motacilla cinerea). Gegenüber ihren Verwandten, Bachstelze (Motacilla alba) und Schafstelze (Motacilla flava), ist die Gebirgsstelze etwas größer und auch langschwänziger. Das kräftigere, klare, flächige Gelb besonders beim Männchen, ist kaum zu überbieten. Als Lebensraum dienen der Art, die stärker an Wasser gebunden ist, als andere europäische Stelzenarten bewaldete, schattenreiche, schnell fließende Bäche und Flüsse mit Geröllufern und Nistmöglichkeiten bietenden Steilufern. Die Art kommt aber auch mitten in Siedlungen und im Gegensatz zur Wasseramsel auch an sehr kleinen, wenig Wasser führenden Bächen vor, solange sie rasch fließen und geeignete Nistplätze, schattige Stellen sowie Singwarten wie einzeln stehende Pfähle vorhanden sind. Ein guter Platz, um auf Gebirgsstelzen zu sehen und ggf. auf sie anzusitzen, ist mitten in Luckenwalde. Praktisch das ganze Jahr kann man mehrere Brutpaare an der Nuthe beobachten. Eines der Paare ist an einem ehemaligen Stauwehr zu Hause, an dem vor wenigen Jahren eine Fischtreppe eingebaut wurde. Dieser kleine Flußabschnitt liegt mitten im angrenzenden Stadtwald.

Durch die zahlreichen Stadtwaldbesucher sind die Gebirgsstelzen an „Publikumsverkehr” gewöhnt und lassen sich auch bei Continue reading Gebirgsstelzen: Fotografie-Tipps

Die Thayermöwe in der WP erkennen: Erfahrung sammeln für die Westpaläarktis in Alaska

ThayermöweDie Thayermöwe (Larus thayeri) ist eigentlich eine nearktische Art. Sie brütet an der Westküste der Hudson Bay und auf den arktischen Inseln Kanadas, die aber recht verbreitet im Winterhalbjahr an der Westküste Nordamerikas von British Columbia bis herunter nach Kalifornien zu beobachten ist.

Für Alaska wird die Art als „casual“ für die Zeit von Ende September bis Mai (meistens aber im Herbst) von den Aleuten beschrieben. Es war eine kleine Sensation ein einjähriges Weibchen während der Zugvogelbeobachtungen in Gambell auf St. Lawrence Island zu beobachten. Die Art ließ sich sehr gut im Wasser im Vergleich zu anderen Großmöwen bewundern und drehte zum Abschluß eine schöne Flugrunde um die Beobachter wobei viele der arttypischen Merkmale zu sehen waren.

Auch in der Westpaläarktis können immer wieder Möwen anderer Erdteile beobachtet werden. So war eine Vega Gull, also eine Ostsibirienmöwe (Larus vegae), am 10. Januar 2016 in der Nähe des Hafens von Duncannon, in der Grafschaft Wexford entdeckt worden. Der Artikel von Killian Mullarney beschreibt sehr schön, wie der Autor in einer großen Ansammlung von Möwen in der Nähe Continue reading Die Thayermöwe in der WP erkennen: Erfahrung sammeln für die Westpaläarktis in Alaska

Alpenschneehühner im Berner Oberland

AlpenschneehuhnDas Alpenschneehuhn (Lagopus mutus) ist ein reizvolles, aber in Mitteleuropa auch ein Motiv für Vogelfotografen, das man sich erarbeiten muß. Alpenschneehühner sind in Deutschland praktisch nur in den höchsten Lagen, so zum Beispiel am Hohen Ifen und Gottesacker im Allgäu und am Gebirgsstock um die Kreuzspitze westlich von Garmisch-Partenkirchen oder vor allem um die westliche Karwendelspitze (alles im südlichen Bayern) zu finden.

Um hier Erfolg zu haben, sollte man unbedingt mit der ersten Seilbahn hoch auf die Bergstationen (z.B. auf das Kreuzeck) fahren, um die Rauhfusshühner zu suchen.

Eine Alternative ist das Berner Oberland. Am schweizerischen Niederhorn und am Gemmenalphorn finden sich lohnende Fotoreviere für Alpenschneehühner, in denen es außerdem noch Steinböcke gibt. Anfang Juni gibt es dort bereits viele schneefreie Stellen, so daß man bis zu den Schneehühnern wandern kann. Zu dieser Zeit lassen sich balzende Hähne beobachten, die mit lauten ratschenden Rufen ihr Revier verteidigen. Die Hennen, deren Gefieder sich im Juni vom weißen Winterkleid zum dunkelbraunen Brutgefieder umfärbt, sind viel weniger auffällig.

Als Ausgangspunkt für einen Besuch bei den Alpenschneehühnern bietet sich das etwa 200 Meter NN über dem Thuner See Continue reading Alpenschneehühner im Berner Oberland

Young Whinchat on summer morning

BraunkehlchenA fresh morning. Thick layers of fog are lying over the wetlands of the Nuthe floodplain south of Berlin. The weather forecast was perfect and everywhere there were numerous motives. So I took advantage of every free minute in the morning to be outside. The meadows along the river offer a diverse habitat structure. One family of Whinchats (Saxicola rubetra) with at least 2 juveniles were seen in uncut grassland. I placed the car not far from a pole inside the meadow, hoping a young Whinchat, I had seen before, to return. After a while the recently fledged Whinchat really returned to the pole. In the first morning light, it started to preen and stretch the wings. Obviously it wanted to get rid of their youngster’s feather dress. Successful, as it seems. With a surprised look, the young Whinchat looked after the flying plume.

The area south of Berlin has a lot to offer in terms of nature. In addition to the natural richness this is a legacy of the division of Germany, which has prevented the city´s spread after the end of the 2nd World War like in no other city. This means, that even today you often have to pass the city limits only in order to stand in the middle of nature. One of these areas is the Continue reading Young Whinchat on summer morning

Der Neuntöter: ein Jäger mit Vorratshaltung

NeuntöterWenn der Morgen graut, kommt Bewegung in die Hecke. Mit den ersten Sonnenstrahlen steht dann das Männchen des Neuntöters (Lanius collurio) auf einem trockenen Ast eines Holunders (Sambucus nigra). Die schwarze Maske im grauen Oberkopf und der rotbraune Rücken sind dann schön zu sehen. Wenig später kommt auch das Weibchen aus dem Dickicht.

Neuntöter halten sich bekanntlich in Hecken und Gebüschen der offenen Kulturlandschaft auf, wie sie noch in vielen Teilen Deutschlands vorkommen. Vor allem das Männchen sitzt dann gut sichtbar auf seiner Holunderwarte in der Feuchtwiesenlandschaft. Von hier konnte das Revier gut überblickt werden. Das Weibchen hat seinen Ansitz etwas tiefer und sitzt eher etwas verdeckt durch Blätter.

Neuntöter bevorzugen die Ansitzjagd. Als typischer Ansitzjäger Continue reading Der Neuntöter: ein Jäger mit Vorratshaltung

Ältester Terekwasserläufer wurde 17 Jahre

TerekwasserläuferFeldornithologen auf einen Vogel-Beringungsstation in Weißrußland haben den ältesten bekannten Terekwasserläufer (Xenus cinereus) gefangen.

Die Beringer fingen den Vogel im Schutzgebiet Turau-Wiesen in Weißrussland am 13. Mai 2016. Der Ring am Bein des Vogels zeigte, dass der Vogel war 17 Jahre alt; damit ist er der älteste bekannte Terekwasserläufer der Welt.

Ornithologen der Akademie der Wissenschaften in Weißrußland fanden heraus, dass dieser Terekwasserläufer als Küken auf einer nahegelegenen Wiese in der Nähe des Dorfes Zapesochye am 21. Juni 1999 erstmals beringt wurde. Der nahe gelegenen Ort Turau ist eine Stadt im Süden Weißrusslands im Gebiet der Prypjatsümpfe. In dem Jahr wurde die Beringungsstation Turau-Wiese gegründet. Seitdem wurde der dieser Terekwasserläufer in den Jahren 2005, 2011 und nun im Jahr 2016 gefangen.

Vor dieser Entdeckung war als maximales Alter eines beringten Terekwasserläufers ein 16 Jahre alter Vogel aus Finnland bekannt. Die Vogelschutz und Biodiversität Area (IBA) der Continue reading Ältester Terekwasserläufer wurde 17 Jahre

Schopfalkenzug im Abendlicht vor St. Lawrence Island

SchopfalkDie kleine Siedlung Gambell ist ein abgelegener Vorposten auf dem kiesigen nordwestlichen Punkt der Insel St. Lawrence thront. Der Kiesstrand am Westufer bietet einen phantastischen Überblick über die See und verschafft dem willigen Birder einen Einblick in den arktischen Vogelzug, der vielleicht eindrucksvoller als an jedem anderen Ort auf der Erde ist. Zusätzlich nennen Tausende von Alken diese Insel ihr Hause wobei die Zahlen der Schopfalken (Aethia cristatella) in die Hunderttausende gehen.

Rotschnabelalken (Cyclorrhynchus psittacula) und Zwergalken (Aethia pusilla) brüten zu Zehntausenden in den Klippen der Insel. Dazu kommen Hornlunde (Fratercula corniculata) und Gelbschopflunde (Fratercula cirrhata) in großen Stückzahlen. Darüber hinaus fliegen Staffeln von Trottellummen (Uria aalge) und Dickschnabellummen (Uria lomvia) am Beobachtungspunkt „Sea Watch) vorbei; und das Continue reading Schopfalkenzug im Abendlicht vor St. Lawrence Island

Gleitaar im Randowbruch/ Untere Oder

GleitaarSeit mindestens dem 27. Juni 2016 gibt es Berichten in Ornitho.de zufolge eine gute Chance, dass Vogelbeobachter mit einem über das Ziel hinaus geschossenen Sommervogel Bekanntschaft machen können. So wurde im nord-östlichen Brandenburg ein Gleitaar (Elanus caeruleus)  beobachtet. Der aktuelle Standort des Gleitaar ist im Randowbruch nördlich des Ortsteil Wendemark. Hier treibt er sich vorwiegend über den Feldern und feuchten Wiesen herum. Der Greif sei nicht sehr mobil und kann stundenlang auf einem Holunderbusch im ziemlicher Entfernung ruhend beobachtet werden. Wenn er nach ausgiebiger Gefiederpflege zur Jagd ansetzt ist er dann sehr gut, wenn auch manchmal ziemlich weit entfernt beim Rüttelflug zu sehen. Einmal in Jagdstimmung nutzt er durchaus verschiedene Ansitzpunkte um von dort aus den nächsten Rüttelflug einzuleiten.

Geduld ist also notwendig. Bei dem Aufenthalt am Samstag verbrachten wir gut 4 Stunden bevor der Gleitaar mit einem Schütteln des Gefieders die Jagd einleitet.

Letztes Jahr veranlaßte eine übersommernde, immature Steppenweihe (Circus macrourus) im Havelländischen Luch einen Einfall von Ornis in Brandenburg. Auch diese Art wurde auf ornitho.de gemeldet und konnte bei einem Besuch des Turms bei Buckow, mitten im Havelländischen Luch, sehr schön im Flug beobachtet werden.

Bei der Bewertung der Fotos gab es einige Irritationen, da Continue reading Gleitaar im Randowbruch/ Untere Oder

Dreizehenspecht am Feldberg im Hochschwarzwald

DreizehenspechtNur wenige 100 Meter entfernt vom Trubel an der Piste und dem kahlen „Gipfel“ des Feldbergs gibt es einige Pfade, die kaum von Wanderern frequentiert sind und außerdem mitten durch eine einmalige Gebirgswelt führen: Mannshoher Eisenhut (Aconitum napellus), üppige Trollblumen (Trollius europaeus), Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza maculata), und Scheuchzers Glockenblume (Campanula scheuchzeri) stehen direkt am Weg. Oben in der Fichte singt vielleicht eine selbstzufriedene Ringdrossel (Turdus torquatus) und mit ein wenig Glück sieht man einen Dreizehenspecht (Picoides tridactylus) an einer toten Kiefer, die ihm die wichtigen Großkäfer im verrottenden Baum liefert. Dieser Vogel, lange Zeit im Schwarzwald verschollen, eroberte aber in den letzten Jahren verlorenes Territorium zurück. Der Specht stochert meist gelassen in dem dichten Geflecht aus Flechten, Rinde und totem Holz nach Spinnen und Käfern. Das wirklich erstaunliche an diesem Vogel ist seine geringe Fluchtdistanz. Ich habe schon Dreizehenspechte aus vier Metern Entfernung beobachten können. Besonders gerne fotografiere ich im Bannwald. Unter den vom Borkenkäfer gemeuchelten Fichten kommt schon wieder die Buchenverjüngung hervor, von der Morgensonne effektvoll in Szene gesetzt. Die knorrigen und bizarren Baumformen, Continue reading Dreizehenspecht am Feldberg im Hochschwarzwald

Nach Alaska für die WP-Birdlist?

DickschnabellummeWarum sollte man allen Ernstes 8.000 km und neuneinhalb Stunden in eine berüchtigte Regenecke mit hohen Preisen fliegen, um sich Vögel anzugucken, die in den meisten Fällen auch anderswo viel einfacher, angenehmer und billiger zu sehen sind. Gute Frage! Hierauf ein paar Antworten.

Eine Antwort ist, daß es einfach Spaß macht, sich vor allem in den Zugzeiten an der schiere Masse an verschiedenen Vogelarten zu begeistern. Was einem Nordamerikaner anspornt wie die Möglichkeit Saatgänse (Anser fabalis), Reiherenten (Aythya fuligula), Zwergsäger (Mergellus albellus), Uferschnepfe (Limosa limosa), Grünschenkel (Tringa nebularia), Bruchwasserläufer (Tringa glareola), Flußuferläufer (Actitis hypoleucos), Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) oder Bergfinken (Fringilla montifringilla) zu sehen, wird einem Birder der West-Paläarktis zwar eher ein müdes Lächeln entlocken.

Aber ein Grund ist auf dem Bild des Blogs schön zu sehen. Dickschnabellumme (Uria lomvia) sind an den normalerweise von WP-Birdern frequentierten Plätzen in Norwegen oder Schottland viel seltener als die allgegenwärtige Trottellumme (Uria aalge). Hier, auf den Alaska vorgelagerten Inseln ist das andersherum. Schön ist der weiße Streif am Schnabelwinkel der Dickschnabellumme (Uria lomvia)  zu sehen. Perfekte Gelegenheit, um ausgiebig Fotos dieses auch in der Westpaläarktis Continue reading Nach Alaska für die WP-Birdlist?

Passerine vagrants on St. Paul – Pribilof Islands

RubinkehlchenAs the plane gets closer to the barren island of St. Paul, the first impression is Brown und Olive-green. Later we see that there is not only brown and olive color on the island. Metre-high waves of a dark blue sea are breaking against the rugged, rocky coast which is shimmering black. As we land, sunrays are breaking through the clouds. Enchantment in a wild landscape. The melancholic character of the open tundra is obvious. When we get off the plane in front of the hangar, it is very quiet at once. What a contrast to the noise in the machine. Only now and then we hear the melancholy flight song of Lapland Buntings (Calcarius lapponicus) or the high trill of the local race of Rock Sandpiper (Calidris ptilocnemis).

Barren tundra-covered hills dominate the landscape of the Pribilof Islands. But these island also host the largest seabird colony in the Northern Hemisphere with 98 percent of the world population of Red-legged Kittiwake (Rissa brevirostris). In addition, the the strongest breeding colony Continue reading Passerine vagrants on St. Paul – Pribilof Islands

Images of birds for science & public; Western Palaearctic & the World